Pressestimmen Die Fledermaus

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„[D]er Schlussakt im Gefängnis verbreitet Glanz. Hier gelingt es der Regie virtuos, die zwischen Überwachtheit und Delirium balancierende Champagnernacht in die ernüchternde Welt der Arrestanstalt hineinschwappen zu lassen, Akzente setzt die viehische Besoffenheit des Beschließers Frosch (Jean-Michel Räber). Hier wird Weigners Affinität zu dem Genre spürbar [...] Die schauspielerische Leistung der Solisten überzeugt, vor allem bei Lars Møller in der Titelrolle und Markus Durst als nüchterner Doktor Blind. Das Premierenpublikum applaudiert besonders Thomas Mehnert als Gefängnisdirektor Frank und Mark Adler für seine tenoralen Sonderflüge als penetranter Galan Alfred. Extraapplaus erhält Margaret Rose Koenn, die sich als Adele immer wieder freispielt. [...] Das Staatsorchester läuft zu Bestform auf – am Pult versteht es Lukas Beikircher meisterhaft, melancholische Momente in den mitreißenden Melodienfluss einzusenken."

Der fatale Hang zum Küchenpersonal. Scheinwelten. Am Staatstheater Darmstadt inszeniert Ansgar Weigner Johann Strauß' Die Fledermaus - Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.11.09 von Benedikt Stegemann

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„Am Pult des Staatsorchesters steht Lukas Beikircher, der gleich von der Ouvertüre an die Zügel straff in die Hand nimmt. Da wird mit Temperament und Schwung musiziert, vorangetrieben vom kräftig dreinfahrenden Schlagzeug. Und wenn es darum geht, die Sänger zu stützen, dann weiß Beikircher das Orchester zurückzunehmen, ohne an Verve zu verlieren. Man hört viele Feinheiten der Instrumentierung, und man wird deutlich daran erinnert, das Johann Strauß nicht nur der geniale Melodie-Erfinder war, sondern auch ein klug disponierender Komponist, der sich aufs Schärfen dramatischer Situationen verstand.

In der Rolle des Gabriel von Eisenstein, der im Zentrum aller Verwicklungen steht, macht Norbert Schmittberg eine stattliche Figur. Er weiß seinen Tenor geschickt zu dosieren und sich, auch in der Verkleidung als Dr. Blind, treffsicher zu bewegen. Als seine Gattin Rosalinde präsentiert sich die Sopranistin Maria Gessler mit Eleganz und Wendigkeit, ausdrucksstark singend. [...] Margaret Rose Koenn verkörpert das quirlige Kammermädchen Adele stimmlich und mimisch so überzeugend, dass sie mehrfach durch Bravorufe belohnt wird. Ein Kabinettstück ihr Couplet „Mein Herr Marquis"! Elisabeth Hornung ist ein rundlicher, achtunggebietender Prinz Orlofsky; mit Würde schickt sie sich in diese Rolle, überzeugend ins russische Idiom verfallend. Mark Adler darf sich als Operntenor Alfred gleichsam selbst spielen, er gibt sicher den dahinschmelzenden Liebhaber und den zu Unrecht im Arrest sitzenden Delinquenten. Thomas Mehnert ist der gestrenge Gefängnisdirektor Frank, der sich, schwer bezecht, in seinen eigenen Fallstricken verfängt. Als Notar Dr. Falke, der die „Rache der Fledermaus" einfädelt, setzt sich David Pichlmaier sängerisch wie darstellerisch gewandt in Szene. Und Markus Durst ist ein sehr präsenter Dr. Blind – kein Wunder, wenn ihm der Durchblick fehlt! Als Adeles Schwester Ida wartet Marie Smolka mit pfiffigen Einwürfen auf. Der Chor des Staatstheaters, durch André Weiss wieder trefflich vorbereitet, ist musikalisch auf der Höhe."

Verkatert in die Krise - Darmstädter Echo, 16.11.09 von Heinz Trapp

 

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