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Das Stück ist eine gute Wahl aus dem Angebot des Schwestertheaters [...] Ricarda Beilharz spickt den Text mit unsichtbaren Ausrufezeichen, übersetzt Konversation in Aktion, lässt die Komik immer wieder körperlich ausagieren [...]: Kräftiger Beifall nach 80 pausenlosen Minuten bei der Gastspielpremiere am Samstag in Darmstadt.
[...] Der Anlass ist gering, der Anspruch hoch, und aus dieser Diskrepanz entwickelt Yasmina Reza ein Spiel der Sticheleien, Beleidigungen und Kränkungen, das ins zivilisatorische Desaster führt.
Hier klingelt ein Telefon, da wird ein Haar gespalten, dort fließt Rum. Die Autorin braucht nicht viel, um den Streit in Schwingungen zu versetzen. Ricarda Beilharz ist das erkennbar zu wenig. Mit Slapstick schaukelt sie die feine Farce, die stellenweise an Loriot-Sketche erinnert, hoch zu einer Burleske. Es splittert die Flasche auf dem Kopf des Hausherrn, dem Gast wird das Telefonkabel zur Fessel, seine Frau darf sich unter Würgekrämpfen in kompromittierender Stellung befummeln lassen.
[...] Zwischen zwei Stapeln mit Kunstbänden und einem Kübel für die Tulpen steht ein Sessel, der unverkennbar ein Thron ist. Wer dort Platz nimmt, der regiert. Und weil der Vorsitz mehrfach wechselt, nimmt die Regie dies zum Anlass für eine fast schon choreografische Anordnung immer neuer Allianzen. Schließlich streiten nicht nur die Houillés mit den Reilles, die Eheleute tragen auch untereinander Beziehungszank aus.