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Die von Martin Ratzinger einfühlsam inszenierte deutsche Erstaufführung fällt in eine Zeit, in der das Bewusstsein für die Chancenlosigkeit des sogenannten Prekariats auch in Deutschland gewachsen ist. Spencers Stück entreißt das darin um ein besseres Leben kämpfende Paar dem Verwertungs- und Entblößungszugriff der Boulevardmedien und gibt den Menschen hinter dem Klischee ihre Würde zurück. Dabei gelingt es ihm, das unheilvolle Zusammenwirken ökonomischer, sozialpsychologischer und individueller Bedingungen sichtbar zu machen.
Und so ertappt man sich […] dabei, wie man dem Paar trotz all der Hoffnungslosigkeit ihres letzten, womöglich zur endgültigen Trennung führenden Streits die Daumen drückt, dass sie es doch noch schaffen, den Teufelskreis der Patchworkexistenz zu durchbrechen und ihre Liebe in einen erträglichen Familienalltag zu retten.
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Diana Wolf und Stefan Schuster [zeigen] dieses Paar mit einem so konzentrierten Ernst, dass man das selbst in den Augenblicken der Verliebtheit das Unglück zu greifen glaubt. Sie ringen diese anrührenden Augenblicke dem Text gleichsam ab. Der britische Autor David Spencer bildet diese komplizierte Beziehung in den Dialogen präzise ab. […]
Martin Ratzingers angenehm melodramfreie Inszenierung […] bringt in achtzig eindringlichen Minuten die meist nahtlos miteinander verknüpften Szenen auf den Punkt, zeigt die Hilflosigkeit gegenüber den eigenen Gefühlen, führt in kleinen Gesten vor, wie der Alltag die Gefühle auffrisst, bis am Ende nur noch eine Ahnung davon übrig ist, die doppelt schmerzt.
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Am frappierendsten ist aber doch Margit Schulte-Tigges, die als Pams Söhnchen aus der Beziehung zu einem weit schlimmeren Schläger und als angeheiratete Großmutter irrwitzig überzeugt. Da erlebt man, wie eine Schauspielerin in Sekundenschnelle Generation und Geschlecht wechselt, als wäre es rein gar nichts.