... Gundel, Minna und Lilli langweilen sich beim Luxusleben als Prinzessinnen. Abwechslung verspricht der Wettbewerb, den Vater König ausschreibt: Jede Tochter soll in möglichst blumenreichen Worten schildern, wie lieb sie ihn hat. Und die Jüngste gewinnt ihn - und damit die goldene Kugel, die aber in den Brunnen fällt. Daß sie den Frosch, der ihr die Kugel zurückbringt, küssen muß, ist das Herzstück der spritzigen Märchenkomödie in der Regie von Ragna Kirck.
Britta Hübel als Lilli wendet alle Tricks an, um ihrem Schicksal zu entgehen, während die beiden Schwestern (Nadja Juretzka, Sandra Strauch) sie regelrecht in ihren Part hineinzwingen. Kein Kuß ohne Heirat! Schon trägt Lilli ein froschgrünes Brautkleid. Ambivalent ist der Vater (Gerd K. Wölfle). Er achtet auf Anstand und Sitte, aber im Grunde ist es ihm gleichgültig, wie Lilli mit ihrem jähen Erwachsenwerden zurechtkommt. Ein Ekel ist der Frosch. Philipp Hunscha spielt ihn mit der Selbstgefälligkeit, die nötig ist, um alle Sympathien auf Lilli zu lenken. Den besonderen Reiz der Aufführung macht neben dem poppig-bunten Bühnenbild von Tatjana Ivschina - Lollis, Bonbons und Pralinen, wohin das Auge schaut - die Musik aus, die von Wagners Chor der Spinnerinnen über Schubert "Forelle" bis hin zu "Kiss" von Prince alles enthält, was zum Thema paßt und den fünf Darstellern viel Gelegenheit zum Singen bietet. Temporeiches, amüsantes Theater, in dem Zuschauer von fünf Jahren an sich wiedererkennen, aber auch lernen können, die Dinge, wie sie ihnen selbst begegnen, nicht ganz so ernst zu nehmen.