Pressestimmen Junge Choreografen

Gelungene Talentprobe

Es ist in vielen Theatern eine beliebte Übung, die Kreativität einer Compagnie mit ... einem Etüden-Programm zu kitzeln – eine gelungene Talentprobe auch für das Darmstädter Tanztheater. Es sind vor allem die Damen, die auf sich aufmerksam machen – allen voran Maura Morales, die als Tänzerin wie als Choreografin glänzt. In ihrer Miniatur „Miss Sorry“ tanzt Laia Duran Fígols als Geschäftsfrau im Anti-Stress-Kurs. Die Lady im Kostüm ist zerrüttet, Jeff Becks Gitarrenspiel sägt an ihren Nerven. Es ist die parodistisch pointierte Verkörperung eines hypernervösen Gemüts. // Darmstädter Echo zu "Junge Choreografen" 

 

presse_de.gif 

Wie eine Raupe vom Baum, so fällt die halbnackte Frau von der Wand – pulst und pumpt, bis sie sich zur Menschengestalt entfaltet hat. In ihrer kurzen Choreografie tastet sich Simone Rabea Döring über die Bühne der Darmstädter Kammerspiele, fließt förmlich an den beiden Säulen herab. Stempel auf Boden und Wänden prägen Muster auf ihre Haut. Das Leben zeichnet den Menschen, das ist die Botschaft des prägnanten Solos „Scarsligraphy“, das als formal wie inhaltlich stimmige Studie einen der Höhepunkte des Programms „Junge Choreografen“ markiert.

Es ist in vielen Theatern eine beliebte Übung, die Kreativität einer Compagnie mit solch einem Etüden-Programm zu kitzeln – eine gelungene Talentprobe auch für das Darmstädter Tanztheater. Es sind vor allem die Damen, die auf sich aufmerksam machen – allen voran Maura Morales, die als Tänzerin wie als Choreografin glänzt. In ihrer Miniatur „Miss Sorry“ tanzt Laia Duran Fígols als Geschäftsfrau im Anti-Stress-Kurs. Die Lady im Kostüm ist zerrüttet, Jeff Becks Gitarrenspiel sägt an ihren Nerven. Es ist die parodistisch pointierte Verkörperung eines hypernervösen Gemüts. Als Tänzerin verkörpert Maura Morales in den Arbeiten ihrer Kollegen mal eine irre Frau mit Puppe, mal eine wirre Frau in zu großen roten Schuhen. Es sind Auftritte zwischen Wahnsinn und Clownerie. In ihrer eigenen Szene „Die Hypochonder“ macht sich die Kubanerin, die auch einen kleinen Schauspielmonolog einstudiert hat, lustig über die feinnervige Sensibilität der Tänzer ihrem eigenen Körper gegenüber. Morales wird zur menschlichen Tanzmaschine, deren Leib gleichzeitig in mehrere Richtungen zu streben scheint, bis er knirscht, bockt und zittert. Sie zeigt aber auch die lustvolle Seite der körperlichen Egozentrik, lutscht am eigenen Zeh und schleckt das Schienbein. Da offenbart sich ein kecker Sinn für Selbstironie.

In zwei Pas de deux kann auch Julia Szemro mit geschmeidiger Sinnlichkeit auf sich aufmerksam machen – in Laken verwickelt neben Thomas Holm Radil und in Sehnsuchts- und Abschiedsszenen mit Celedonio Indalecio Moreno Fuentes …

Bis der Körper knirscht und bockt, Stefan Benz, Darmstädter Echo, 5. Juni 2007
Ihre Anprechpartnerin für den Pressebereich
Dr. Anna Linoli
Leiterin Kommunikation & Marketing
Tel: 06151 2811310
Kontaktformular