Mit Sven Ehrke / Andreas Wagner (Orfeo), Julia Amos (Euridice), Jordi Molina / Jeffrey Treganza (Pastore 1 / Eco / Apollo), Susanne Serfling (Ninfa / Proserpina), Katrin Gerstenberger / Elisabeth Hornung(Messaggiera), Andreas Daum / Tito You (Plutone), Dimitry Ivashchenko / Patrick Schramm (Pastore 4 / Caronte), Alin Codreanu / Stefan Grunwald (Pastore 3 / Spirito 2), Lawrence Jordan (Spirito 1), Gerson Luiz Sales (La Musica / Pastore 2 / La Speranza)
Text von Alessandro Striggio | Musik von Claudio Monteverdi | in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Kein anderer mythologischer Stoff hat die Komponisten aller Epochen so sehr inspiriert wie die Sage um den trauernden Sänger Orpheus. Nun könnte man spekulieren, ob sich hier Tonsetzers Sehnsucht manifestiert, wie der große antike Vorfahr Musik von vergleichbar steinerweichender Schönheit zu schaffen. Tatsache bleibt indes, dass immer wieder – auch und gerade auf der Bühne des Musiktheaters – der Held ins Totenreich geschickt wurde, um die Götter von der Unsterblichkeit seiner Liebe zur verblichenen Gattin Eurydike mit der Macht der Töne zu überzeugen. Gerade die Florentiner Camerata, die in ihrem Bestreben, die Tragödie der Antike zu rekonstruieren, quasi en passant die Gattung Oper erfand, begeisterte sich für Orpheus. Iacopo Peris Euridice von 1600 oder Giulio Caccinis L´Euridice von 1602 stehen am Beginn einer langen Reihe von Auseinandersetzungen des Musiktheaters mit diesem Mythos.
Aus der gleichen thematischen Vorlage stammt mit Claudio Monteverdis Favola in musica L´Orfeo einer der frühesten Welterfolge der Opernliteratur, der sich allerdings mit vielhundertjähriger Verspätung einstellen sollte. Denn erst seit der Wiederentdeckung Monteverdis im 19. Jahrhundert durch Robert Eitner und über den Umweg von Bearbeitungen (u. a. Vincent d´Indy 1904, Carl Orff und Gian Francesco Malipiero 1923 oder Ottorino Respighi 1935) gelangte das Werk auf die Bühnen in aller Welt.
Erster Beitrag der Reihe Des Künstlers Suche nach der Kunst