
Choreografie, Inszenierung | Mei Hong Lin
Bühne | Thomas Gruber
Kostüme | Bettina Merz
Mit Denis Puzanov / Julio Viera (Macbeth), Maura Morales (Lady Macbeth), Rafael Valdevieso / Kenta Shibasaki (Banquo), Sulis Hukkelhoven (Lady Macduff), Pao-Su Chiang (Ihr Sohn), Yuko Harada, An-Chi Tsao, Simona Piroddi / Elisabeth Kindler (Hexen), Daniel Cimpean (Macduff), alle (Hofgesellschaft)
Musik von Dmitrij Schostakowitsch, Michael Galasso, Eleni Karaindrou sowie vom Kronos-Quartett (Nuevo)
Die kurze Geschichte eines Diktators: Drei Hexen prophezeien dem bisher glücklichen und tugendhaften Macbeth eine große Zukunft. Er soll die Königswürde erlangen. Von seiner ehrgeizigen Ehefrau lässt er sich überreden, den König zu ermorden, um die Prophezeiung umso sicherer wahr werden zu lassen. Getrieben von Angst und Machtbesessenheit baut er seine Position mit Gewalt aus und wird zum Urheber immer neuer Morde.
Für Mei Hong Lin bestand die Herausforderung darin, nicht den Krimi auf die Bühne zu bringen, den man gerne in Shakespeares letzter großer Tragödie sieht, sondern das Drama zwischen dem Täter und der Anstifterin. Der Reiz liegt darin, Phantasien und Ängste Macbeths in Bewegung umzusetzen, wodurch der Titelheld zum Konzentrationspunkt ihrer Arbeit wird. Außer Kontrolle geraten, wird der Mann zum Spielball des Äußerlichen und legt uns dabei seine Innenwelten wie unter Glas vor.