Oedipus der Tyrann
Musikalische Leitung | Stefan Blunier
Inszenierung | John Dew
Bühne | Heinz Balthes
Kostüme | José Manuel Vázquez
Choreinstudierung | André Weiss
Mit Norbert Schmittberg (Oedipus), Dimitry Ivashchenko / Thomas Mehnert (Ein Priester), Andreas Daum (Kreon), Werner Volker Meyer/ Oleksandr Prytolyuk (Chorführer), Markus Durst / Jeffrey Treganza (Chorführer), Mark Adler (Tiresias), Yamina Maamar (Jokasta), Stefan Umhey (Ein Bote aus Korinth), Hans-Joachim Porcher (Ein Hirte des Lajos)
Carl Orff | Ein Trauerspiel des Sophokles von Friedrich Hölderlin
Siebter Beitrag der Reihe
Die Griechen – unser Ursprung
Text von Sophokles (Oidipus tyrannos, vor 425 v. Chr.) in der Übersetzung (1804) von Friedrich Hölderlin | Musik von Carl Orff
Ein Gerichtsdrama in mythischer Zeit: Oedipus, Herrscher über Theben, kann laut des delphischen Orakels seine Stadt nur vom Unglück befreien, wenn er den Mord an seinem Vorgänger Lajos aufklärt. Im Laufe der Untersuchungen wird Oedipus selbst des Königsmordes angeklagt und muss schließlich erkennen, dass er vor einigen Jahren unwissend Lajos, seinen eigenen Vater, umgebracht und Jokasta, seine Mutter, geheiratet hatte. Oedipus sticht sich die Augen aus.
Der bayerische Komponist Carl Orff (1895-1982) war nach dem 1. Weltkrieg zunächst als Kapellmeister in Mannheim und Darmstadt tätig, bevor er mit der
Carmina Burana (1937) einen weltweiten Durchbruch als Komponist erlebte. Seine Werke für die Opernbühne, darunter die Märchenbearbeitungen
Der Mond und
Die Kluge, sind jedoch weniger verbreitet, obwohl Orff selbst die Musikalisierungen der drei griechischen Tragödien
Antigonae (1949),
Oedipus der Tyrann (1959) und
Prometheus (1968) als seine Hauptwerke empfand. Sophokles’ schon in der Antike als Musterfall der Tragödie bezeichneten
Oedipus der Tyrann vertonte Orff in textverständlichem Deklamationsstil, begleitet von einem nur aus Bläsern, Klavieren, Kontrabässen und vielen Schlaginstrumenten bestehenden Orchester, das dem Hörer erstaunlich vielfältige und unvergleichliche Klangerlebnisse beschert.
Premiere 2. Dezember 2006 | Großes Haus