Antigonae

Musikalische Leitung | Stefan Blunier
Inszenierung | John Dew
Bühne | Heinz Balthes
Kostüme | José Manuel Vázquez
Choreinstudierung | André Weiss

Mit Katrin Gerstenberger (Antigonae), Anja Vincken / Allison Oakes (Ismene), Werner Volker Meyer / Oleksandr Prytolyuk (Chorführer), Andreas Daum (Kreon), Markus Durst, Jeffrey Treganza (Wächter), Sven Ehrke (Hämon), Mark Adler (Tiresias), Dimitry Ivashchenko / Thomas Mehnert (Ein Bote), Susanne Serfling / Allison Oakes (Eurydice)  

Carl Orff | Ein Trauerspiel des Sophokles von Friedrich Hölderlin


Achter Beitrag der Reihe Die Griechen – unser Ursprung

Text von Sophokles (Antigone, 442 v. Chr.) in der Übersetzung (1804) von Friedrich Hölderlin | Musik von Carl Orff


Kreon, neuer Herrscher von Theben, erlässt ein Bestattungsverbot für Polyneikes, Oedipus’ Sohn. Antigonae missachtet Kreons Weisung und begräbt ihren Bruder, um die Gesetze der Götter zu erfüllen. Trotz der Warnungen des Volkes und des Sehers Tiresias verurteilt Kreon Antigonae zum Tod durch Einmauern. Mit Antigonaes Untergang vernichtet Kreon jedoch auch seine eigene Existenz: Sein Sohn, der mit Antigonae verlobt ist, und seine Gattin begehen nacheinander Selbstmord.
Obwohl Antigonae die inhaltliche Fortsetzung von Oedipus der Tyrann darstellt und daher als zweiter Abend der Orff-Reihe am Staatstheater Darmstadt gezeigt wird, beschäftigte sich Carl Orff zehn Jahre früher mit diesem Stoff. In seinem Streben nach einer neuartigen Wiederbelebung der griechischen Tragödie wandte sich der Komponist damals radikal gegen die spätromantische Operntradition: „Es war mir klar, dass ein neuer Klangkörper gefunden werden musste, der dem Wort wieder seine zentrale Bedeutung auf der Bühne zurückgibt.” In Anlehnung an die Ausdrucksformen der Oper zu ihrer Entstehungszeit um 1600 und geprägt von der Musik außereuropäischer Völker (vor allem Afrikas und Asiens) schuf er einen betont rhythmischen, von Sprech- wie Musiktheater gleichermaßen beeinflussten Tragödienstil.

Szenenbilder "Antigonae"

Premiere 3. Dezember 2006 | Großes Haus