Musikalische Leitung | Lukas Beikircher
Inszenierung | William Relton
Bühne | Heinz Balthes
Kostüme | José-Manuel Vázquez
Mit Falko Hönisch / Oleksandr Prytolyuk (Graf von Eberbach), Elisabeth Hornung (Die Gräfin), Mark Adler (Baron Kronthal), Allison Oakes / Anja Vincken (Baronin Freimann), Andreas Daum / Thomas Mehnert (Baculus), Margaret Rose Koenn (Gretchen), Hans-Joachim Porcher (Pankratius), Anke Haas (Nanette)
Text vom Komponisten nach dem Lustspiel Der Rehbock oder Die schuldlosen Schuldbewußten (1815) von August Friedrich Ferdinand von Kotzebue | Musik von Albert Lortzing
Hat der ältliche Schulmeister Baculus da einen Bock geschossen? Um zur Verlobung mit seinem Gretchen einen Braten auftischen zu können, ist er in den Wäldern seines gräflichen Herrn auf die Jagd gegangen – nun will ihn der Graf wegen Wilderei entlassen! Wie gut, dass sich ein durchreisender Student anbietet, als Gretchen verkleidet beim Grafen, einem Mädchenfänger, um Gnade zu bitten. Dass es sich bei diesem Studenten tatsächlich um die verkleidete Schwester des Grafen handelt, kann Baculus natürlich nicht ahnen … Niemand in diesem Spiel um Identitäten und amouröse Verwicklungen ist, was er vorgibt zu sein. Auch die Oper nicht: Verpackt unter dem Mantel der heiteren Spieloper stecken menschliche Abgründe, Adlige werden ebenso als unehrlich und verkommen entlarvt wie der Schulmeister, der in seiner berühmten Arie „5000 Taler“ unmissverständlich klarstellt, dass ihm finanzieller Reichtum doch mehr gilt als die Liebe. Lortzings Adaption von Kotzebues populärem Lustspiel, das 1842 mit großem Erfolg uraufgeführt wurde, hält allem und jedem den Spiegel vor. Alle folgen eben, wie es am Schluss heißt, der Stimme der Natur.