Der zerbrochne Krug

Inszenierung | Hermann Schein
Bühne und Kostüme | Stefan Heyne

mit Matthias Kleinert (Walter), Andreas Manz (Adam), Stefan Schuster (Licht), Sonja Mustoff (Marthe), Christina Kühnreich (Eve), Gerd K. Wölfle (Veit Tümpel), Tilman Meyn (Rupprecht), Margit Schulte-Tigges (Frau Brigitte), Liljana Elges (Eine Magd)

Heinrich von Kleist
Lustspiel

Der Dorfrichter Adam, ein gestandenes Mannsbild: „Mitte 40 bis 50, behäbig, glatzköpfig. Sein linker Fuß ist ein Klumpfuß, der in einem unförmigen Schuh steckt.“ Heute Morgen jedoch irritiert etwas an seiner Erscheinung: Woher kommen die Wunden am Kopf, warum ist das Gesicht so zerkratzt? Das fragt sich, nicht ohne Häme, sein Schreiber Licht, der ohnehin auf das Erbe des richterlichen Postens spekuliert. Langsam entschwindet Adams Kater und er erinnert sich: Am Abend zuvor wollte er sich bei der blutjungen Eve ein Stelldichein verschaffen, wurde aber von deren Verlobtem in die Flucht geschlagen. Das darf natürlich niemand erfahren! Jedoch: Beim Sprung aus Eves Kammerfenster zerbrach ein Krug, und nun erscheint Eves Mutter, um den vermeintlichen Täter anzuklagen. So beginnt für den Richter eine wackelige Partie zwischen Selbstanklage und Rechtsprechung. Als auch noch der Gerichtsrat erscheint, um eine Revision durchzuführen, verstrickt sich Adam zusehends in Widersprüche und Ausflüchte. Adam und Eve ein Sündenfall? Getrieben von Lügen, Verdrängung und Schuldgefühl nimmt der Richter Reißaus – eine Flucht vor sich selbst.
Die Weimarer Uraufführung in der Bearbeitung von Johann Wolfgang von Goethe war ein Flop – heute gehört das Stück zu den meistgespielten auf deutschsprachigen Bühnen. Im Jahr 2008 feiern wir sein 200-jähriges Aufführungsjubiläum.

Szenenbilder Der zerbrochne Krug

Premiere 31. Mai 2008 | Kleines Haus