Ein Inspektor kommt

Inszenierung | Peter Hailer
Bühne und Kostüme | Dirk Becker

mit Gustl Meyer-Fürst (Arthur Birling), Maika Troscheit (Sybil Birling), Christina Kühnreich (Sheila Birling), Tom Wild (Eric Birling), Tino Lindenberg (Gerald Croft), Matthias Kleinert (Inspektor Goole)

John Boynton Priestley
Schauspiel

Es hätte ein richtig netter Abend werden sollen im Hause Birling: Tochter Sheila und Gerald, Sohn von Papas Geschäftspartner, wollen sich verloben. Geld kommt zu Geld, die Gefühle stimmen, finanziell und gesellschaftlich steht alles auf Erfolgskurs. Wenn da bloß nicht diese unangenehme Sache mit dem Tod einer früheren Angestellten in Vater Birlings aufstrebendem Unternehmen wäre … Ein ungebetener Gast platzt ins Familienglück. Ein Inspektor kommt und ermittelt in Sachen Eva Smith. Die Verlobungsfeier gerät zum Desaster: Ahnungslose werden zu Tätern, freundliche Mittelständler mit sozialem Engagement ziehen sich zunehmend die Schlinge um den Hals, Abgründe tun sich auf. Am Ende des gnadenlosen Verhörs wird offenbar, dass jeder am Tisch mitschuldig am Tod der Eva Smith zu sein scheint. Der Traum vom bürgerlichen Wohlstandsidyll zerbricht unter der Last der Indizien. Als der Inspektor das gastliche Haus verlässt, finden die Birlings zu sich selbst zurück. War am Ende alles bloß ein großes Missverständnis, eine Anhäufung unglücklicher Zufälle? Handelte es sich bei dem Inspektor überhaupt um einen wahrhaftigen Polizeibeamten oder gar um einen perfiden Hochstapler? Mentale Entwarnung und moralische Zuversicht weichen dem Schuldgefühl. Der britische Autor Priestley (1894-1984) wäre nicht ein Virtuose des psychologischen Kriminalgenres, würde er nicht mit einer fulminanten Schlusspointe überraschen.

Szenenbilder "Ein Inspektor kommt"

Premiere 23. Februar 2008 | Kleines Haus