Doktor Hoechst - Ein Faustspiel

Robert Menasse | Eine Tragödie
Uraufführung

Inszenierung | Hermann Schein
Bühne und Kostüme | Stefan Heyne

Andreas Manz
(Doktor Hoechst), Tilman Meyn (Raphael), Karin Klein (Gräten), Matthias Kleinert (Gottlieb), Harald Schneider (Theaterdichter, 1. Bürger, 2. Prüfer, Herr von der Fifa), Uwe Zerwer (Direktor, 2. Bürger, General Spaatz, Oberst Manriquez, 1. Prüfer), Anne Hoffmann (Mädchen), Liljana Elges (Mädchen)

Dr. Hoechst, genannt „der alte Faust“, hat den Wissenschaften den Rücken gekehrt und hat sich mit faustischem Drang der freien Marktwirtschaft zugewandt. Statt Wissen vermehrt er nun Kapital. Doch der Global Player ist auch Familienvater. Sohn Raffael verurteilt die moralisch fragwürdigen Machenschaften seines Erzeugers. Verzweifelt versucht der Philosophiestudent gegen seinen übermächtigen Vater aufzubegehren. 
Nach einer Faust-Vorstellung im Theater gerät Hoechst in Wut über seinen Artverwandten: Verweilen im höchsten Augenblick? Wie unrentabel! Ein Faustspiel muss her. Seine Geliebte Gräten überredet ihn zu einem neuen Pakt. „Der alte Faust“ ist sich sicher: Statt Genusses im Stillstand gilt es heutzutage doch viel eher Wachstum, Expansion und Unbegrenztheit zu begehren. Das Rollenspiel geht weiter und Hoechst begibt sich auf eine surreale Geschäftsreise. Vor den Schauplätzen unmenschlicher Verbrechen erscheinen ihm Gräten und ein seltsamer tierischer Begleiter. Die Auswüchsen einer angeblich zivilisierten Welt lassen ihn kalt und Grätens Bedingung für den Pakt scheint sich nicht zu erfüllen: Reue für die Unmenschlichkeit einer Welt, die für das Böse keinen Teufel mehr braucht.

Szenenbilder Doktor Hoechst

Premiere 25. April 2009 | Kleines Haus