Onkel Wanja

Anton Tschechow
Szenen aus dem Landleben

Inszenierung | Martin Ratzinger
Bühne und Kostüme | Anna-Sophia Blersch

Klaus Ziemann
(Alexander Wladimirowitsch Serebrjakow), Christina Kühnreich (Jelena Andrejewna), Diana Wolf (Sofja Alexandrowna), Margit Schulte-Tigges (Marija Wassiljewna Wojnizkaja), Harald Schneider (Iwan Petrowitsch Wojnizkij), Tom Wild (Michail Lwowitsch Astrow), Hubert Schlemmer (Ilja Illjitsch Telegin), Sonja Mustoff (Marina)
 
Onkel Wanja verwaltet gemeinsam mit seiner Nichte Sonja das Landgut seiner verstorbenen Schwester. Selbstlos ermöglichen sie damit deren Witwer und Vater Sonjas, Professor Serebrajkow, ein unbeschwertes Leben in der Stadt. Als dieser mit seiner neuen jungen Frau Elena aus Moskau anreist, sorgt sein aufgeblasenes und hypochondrisches Auftreten alsbald für Unfrieden. Besonders Wanja empört sich über seinen selbstgerechten Schwager, dessen Dasein er als eine einzige Lüge entlarvt. Dem Hass gesellt sich noch der Schmerz hinzu, hat er doch diesem Menschen die besten Jahre seines Lebens geopfert. Indessen wächst auch bei den anderen die Verbitterung über das mühsame und dennoch todlangweilige Leben auf dem Lande: Sonja liebt den Landarzt, der Landarzt liebt Elena. Ob kurzer Rausch der Affäre oder unbeantwortete Liebe: All das verschlimmert die Unzufriedenheit. Die Situation droht zu eskalieren, als der Professor kurzerhand beschließt, das Landgut zur Absicherung seines Ruhestandes zu veräußern. Kann das Leben betrügen?
Tschechows Stück über enttäuschte Hoffnungen und allzu späte Einsichten ist Ausdruck einer gesellschaftlichen und mentalen Sackgasse und gewährt in bewegenden Dialogen tiefe Einblicke in die menschliche Psyche. Dabei trägt Onkel Wanja durchaus komische Züge. Tschechow entwickelte das Stück aus seiner Komödie Der Waldschrat.

Szenenbilder Onkel Wanja

 

Premiere 20. Dezember 2008 | Kleines Haus