
Nach dem gleichnamigen Drama von Alfred de Musset
Musik von Alexander Balanescu
Musikalische Leitung | Stefan Blunier
Choreografie und Inszenierung | Jochen Ulrich
Bühne und Kostüme | Bjanka Ursulov
Martin Dvorak (Alessandro de Medici, Herzog von Florenz), Simone Deriu (Lorenzo de Medici, genannt Lorenzaccio, Alessandros Vetter), Tatiana Marchini (Maria Soderini, Lorenzos Mutter), Eszter Kozár (Caterina Ginori, Lorenzos Tante), László Kocsis (Cardinale Cibo), Andressa Miyazato (Marchesa Cibo), Celedonio Indalecio Moreno Fuentes (Filippo Strozzi, Familienoberhaupt), Peter de Grasse (Pietro Strozzi), Daniel Gillard (Tommaso Strozzi), Milou Nuyens (Luisa Strozzi), Eran Gisin (Giuliano Salviati, Höfling des Herzogs), Dimitra Charalampous (Gabriella Ruccellai, Hofdame), Pao-Su Chiang (Scoronconcolo, Lorenzos Verbündeter), Martin Achrainer / Lucian Krasznec (Tebaldeo, Künstler), Oliver Stienen (Marchese Cibo), Danny Kwiatkista (Page der Herzogin), Tobias Gross, Dietmar Heimann, Marius Hübl, Timo Jäger, Johannes Leukel, Felix Matthäus, Niklas Michel, Jan Lucca Paul, Jassin Pooya, Robin Rothermel, Reza Sariri, Lars Tralle, Christian Walter, Felix Werthmann (Garde des Herzogs)
Impulsgeber für dieses Erfolgsstück ist das dunkle Renaissance-Drama über die Familie de Medici von Alfred de Musset von 1834. Es hat die missglückte republikanische Verschwörung gegen den in Florenz herrschenden Herzog Alessandro de Medici im Jahre 1537 zum Thema. Choreograf Jochen Ulrich zeigt die innere Wahrnehmungswelt der beiden Hauptcharaktere als Spiel zwischen Macht und Sehnsucht. Im Fokus steht die radikale Wandlung des Vetters des grausamen Herzogs, Lorenzo de Medici, vom Familienmitglied bis hin zum Tyrannenmörder. In Gefühlen ist Lorenzo – verächtlich auch Lorenzaccio tituliert – für seinen Vetter Alessandro entbrannt und befindet sich zunächst auf einer Stufe mit diesem, was Respektlosigkeit und Unsittsamkeit gegenüber der städtischen Bevölkerung betrifft. Aber nach beginnenden Skrupeln ändert sich seine Einstellung, als deutlich wird, dass der Herzog auch vor Übergriffen auf Familienmitglieder nicht Halt macht. Lorenzo handelt schließlich aus politischen, aber auch aus stark persönlich gefärbten Motiven: Für Florenz und die gekränkte Familienehre plant er den Mord an seinem Vetter, schmerzlich wissend, dass seine erotischen Gefühle für ihn im Gegensatz zu seiner Moral keine Änderung erfahren haben.
Der bekannte Komponist Alexander Balanescu komponierte eigens für diesen Ballettabend die Musik.
Jochen Ulrichs Choreografie wurde am Landestheater Linz im April 2007 mit großem Erfolg uraufgeführt.