
Inszenierung und Choreografie Mei Hong Lin | Bühne und Kostüme Dirk Hofacker | Musik Michael Erhard | Mitarbeit Komposition Li-Yu You, Yuan-Keng Yu | mit Wencke Kriemer de Matos (Mutter der Gegenwart), Andressa Miyazato (Mutter der Vergangenheit), Pavel Povrazník (Ehemann), Trung Pham Bao (Sohn), Peter de Grasse (Das Regime), Lee Bamford, Wout Geers, Anthony Kirk, Eszter Kozár, Celedonio Indalecio Moreno Fuentes, Francesca Poglie, Pavel Povrazník, Sabine Prokop, Maasa Sakano, Georgina Sanchez, Vicci Viles (in wechselnden Rollen)
Mei Hong Lin beschäftigt sich mit der Zeit in ihrer Heimat, die von Unterdrückung und Leid geprägt war – der Periode des sogenannten Weißen Terrors. Diese Epoche war gekennzeichnet durch politische Wirren und Repressionen und hat tiefe Spuren in der Gesellschaft hinterlassen. Eine kulturell spezifische Demut vor dem Leid, Scham und die Tabuisierung der Ereignisse sind Folgen, die ganze Generationen auf Jahrzehnte geformt haben.
Sie führt ein Dasein in Erinnerung. Die maskengleiche Schminke, mit denen sie die Frauen für ihre Hochzeit zurechtmacht, ist dabei Sinn bild ihres eigenen Seins, in dem sie die eigentliche Wahrheit über ihren Sohn aus enttäuschter Mutterliebe stetig, wie hinter einer Maske, zu überdecken sucht. Als der Sohn plötzlich und für sie völlig unerwartet stirbt, wird sie damit konfrontiert, dass sie dem Andenken ihres Mannes zuliebe ihren Sohn und seine Wünsche zu Lebzeiten nicht respektiert hat. Sein Tod lässt die Masken fallen und die ungeschminkte Wahrheit zu Tage treten.
Mit Die Brautschminkerin wurde Mei Hong Lin 2011 für den deutschen Theaterpreis FAUST in der Kategorie Beste Choreografie nominiert.
Dauer etwa 1 Stunde 45 Minuten (keine Pause)