
mit Anne Hoffmann, Katharina Uhland, Stefan Schuster
Das Leben ist eine Show. Warten auf den Auftritt. Funktionieren auf Knopfdruck. Alles ist darauf ausgerichtet, wie man sich nach außen hin präsentiert. Und dann ist man wieder ganz auf sich selbst zurückgeworfen.
Zwölf Anmerkungen hat Felicia Zeller ihrem Stück Bier für Frauen vorangestellt. Die Personen sind nur Zitate und daher austauschbar. Auf der Bühne darf nichts getrunken werden. Weder Bier noch gelbes Wasser. Und das Stück ist eine Annäherung an das große Egal.
Eine scheinbar beliebige Aneinanderreihung von Gesprächsfetzen und Worthülsen der Alltagssprache. Themen sind das Trinken, die Männer, das Leben. Und doch finden keine Gespräche statt, denn die Redenden drehen sich im Kreis. Man wiederholt sich, fällt sich ins Wort, hört sich nicht zu, redet aneinander vorbei. Eine Dramaturgie des Rausches, die die Einsamkeit der Sprechenden offenbart, eine Versuchsanordnung über die Langeweile, Leere und Kommunikationsunfähigkeit in unserer Zeit.
Bier für Frauen ging nach Aussagen der Stuttgarter Autorin, Medienkünstlerin und Filmemacherin jahrelange Recherchearbeit voran. Zellers Stücke sind „Partituren der Trostlosigkeit – ohne jedes Pathos" schreibt die taz. Drei Schauspieler nähern sich in der Bar der Kammerspiele spielerisch leicht und mit Gespür für die absurde Komik des Alltäglichen dieser Textfläche.