6. Kammerkonzert

Renaud Capuçon Violine
Frank Braley Klavier
Jörg Widmann Klarinette
Robert Schumann Fantasiestücke für Klarinette und Klavier op. 73
Béla Bartók Sonate Nr. 2 für Violine und Klavier
Alban Berg Adagio aus dem Kammerkonzert
Johannes Brahms Scherzo aus der F-A-E-Sonate für Violine und Klavier Wo0 2
Alban Berg Vier Stücke op. 5 für Klarinette und Klavier
Béla Bartók Kontraste für Violine, Klarinette und Klavier Sz 111

Renaud Capuçon und Frank Braley braucht man in Darmstadt fast gar nicht mehr vorzustellen, bereits zum dritten Mal gastieren der weltweit gefeierte Geiger und sein renommierter Klavierpartner im Staatstheater. Ihr Kammermusikpartner Jörg Widmann erregt nicht nur als brillanter Klarinettist international Aufsehen, sondern gilt darüber hinaus als einer der bedeutendsten deutschen Komponisten der Gegenwart. In ihrem Programm widmen sie sich vier Komponisten, die durch ihren genuinen und ausdrucksstarken Stil zu bedeutenden Wegbereitern der Musik der vergangenen 150 Jahre wurden. Dabei spielten theoretische Ansätze genauso eine große Rolle wie persönliche Freundschaften oder die Lust, Neues auszuprobieren. 1849 machte Robert Schumann solche Experimente und schrieb eine Reihe von Bläserwerken, darunter die Fantasiestücke op. 73; die 1853 gemeinsam mit Albert Dietrich und Johannes Brahms komponierte, Frei aber einsam überschriebene Violinsonate hingegen ist ein Freundschaftswerk für den Geiger Joseph Joachim. Freundschaftliche Verbundenheit spricht auch aus den Werken Alban Bergs. So ist sein Opus 5 das erste Werk, das er seinem Lehrer Arnold Schönberg zueignete. Im Kammerkonzert von 1924/25 wird neben Schönberg auch noch Anton Webern musikalisch geehrt. Béla Bartók hat sich in seiner Zweiten Violinsonate sicherlich am stärksten der Musiksprache des Schönberg-Kreises angenähert. Gleichwohl steht auch hier für ihn die Einbindung ungarischer und rumänischer Volksmusik im Vordergrund, die auch sein 1938 komponiertes Trio mit dem Titel Kontraste bestimmt.

Donnerstag 11. März 2010 | Kleines Haus | 20 Uhr