Text von Henri Meilhac und Ludovic Halévy nach der Novelle Carmen von Prosper Mérimée | in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung Lukas Beikircher
Inszenierung und Choreographie Mei Hong Lin
Bühne und Kostüme Dirk Hofacker
Choreinstudierung André Weiss
Erica Brookhyser (Carmen), Aki Hashimoto (Frasquita), Carolin Neukamm | Charlotte Quadt (Mercédès), Susanne Serfling | Anja Vincken (Micaëla), Thomas Mehnert (Zuniga), Daniel Magdal | Joel Montero | Timothy Richards (José), Bastiaan Everink | Georg Arthus (Escamillo), Lucian Krasznec | Lasse Penttinen (Remendado), Sven Ehrke (Dancaïro)
Carmen ist eine Frau, die so attraktiv ist, dass ihr die Männer selbst bei der Zigarettenpause auflauern. Dass der Offizier José sie zunächst keines Blickes würdigt, fordert sie in ungekannter Weise heraus. José versucht, sich der Verführung durch Carmen zu erwehren, sucht Zuflucht im Liebesangebot der aus seinem Heimatdorf stammenden Micaëla, aber die unverfrorene Sinnlichkeit Carmens lässt schließlich alle Dämme brechen. Carmen und José werden ein Paar. Doch zu viel steht dem Glück entgegen: Josés rasende Eifersucht, Carmens Bedürfnis nach Abwechslung und nicht zuletzt auch die Solidarität mit ihren Freunden und deren kleinkriminellem Gewerbe. Carmen, die schließlich mit dem erfolgreichen Stierkämpfer Escamillo anbändelt, jagt José davon, und Micaëla, die um José zu kämpfen begonnen hat, scheint zu triumphieren. Aber Josés Sehnsucht nach Carmen ist unstillbar geworden. Der fixen Idee folgend, dass, wenn er selbst Carmen nicht besitzen könne, auch niemand anderem dieses Vorrecht zuteil werden dürfe, tötet er Carmen.
Bizet gelang – darin Mozarts Zauberflöte ebenbürtig – das Meisterstück, so unterschiedliche Elemente wie die fast operettenhaften Unterredungen der Schmuggler, die pittoresken Chor-Tableaus, die lyrischen Micaëla-Szenen und die großen Gefühlsausbrüche im Liebesdreieck Carmen-José-Escamillo zu einem überzeugenden Ganzen zusammenzufügen.
Die durch den mediterranen Schauplatz zusätzlich akzentuierte Körperlichkeit und der grundlegende Mechanismus von schicksalhafter Anziehung und Abstoßung lassen das Werk als prädestiniert für die Inszenierung durch eine Choreografin wie Mei Hong Lin erscheinen.
Aufführungsdauer etwa 2 Stunden und 40 Minuten | eine Pause