Text von Marc Rosich | in katalanischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung Martin Lukas Meister
Inszenierung Alfonso Romero Mora
Bühne Dirk Becker
Kostüme Gabriela Salaverri
Choreinstudierung André Weiss
Gerson Sales (Lord Byron), Malte Godglück (John William Polidori), Norbert Schmittberg (Percy B. Shelley), Muriel Schwarz (Mary Wollstonecraft Godwin), Margaret Rose Koenn (Claire Clairmont), Lasse Penttinen (William Fletcher)
An den Gestaden des Genfer Sees treffen im Sommer 1816 zwei Dichter aufeinander: Lord Byron ist nach einer grandios missglückten Ehe aus England geflohen, seinen Leibarzt Polidori im Gefolge. Percy Bysshe Shelley hat seiner Heimat ebenfalls den Rücken gekehrt und mit seiner Geliebten Mary Godwin in der Schweiz Logis genommen. Das Aufeinandertreffen der Dichter ist von der Schauspielerin Claire Clairmont eingefädelt worden, die von Byron ein Kind erwartet, aber auch zu Shelley intime Beziehungen unterhält.
Die beiden Dichter freunden sich schnell an; der literarisch ambitionierte Polidori, der aber wegen mangelnden Talents verspottet wird, hat darüber das Nachsehen. Auch Claire kann bei Byron nicht landen: er bekräftigt zwar die Vaterschaft, straft Claire aber sonst mit Missachtung. Die unzähligen verregneten Abende – der Ausbruch des Tambora-Vulkans in Indonesien hat eine auch in Europa spürbare Klimaveränderung ausgelöst – vertreiben sich Byron, Shelley, Polidori und Mary Godwin mit dem Lesen und Erfinden von gruseligen Geschichten, von denen der Roman Frankenstein – geschrieben in Erinnerung an einen Besuch auf der gleichnamigen Burg bei Darmstadt – später weltliterarischen Rang erhalten wird.
Der katalanische Komponist Agustí Charles, dessen Kammeroper La Cuzzoni in der Spielzeit 2007 | 2008 am Staatstheater Darmstadt zu erleben war, bettet in seiner neuen Oper das Wechselspiel der Emotionen in umfassende musikalische Naturschilderungen ein, die den „Sommer ohne Sommer“ unmittelbar gegenwärtig werden lassen.
Empfohlen für Zuschauer ab 14 Jahren.
Koproduktion mit dem Gran Teatre del Liceu Barcelona und den Teatros del Canal Madrid
Dauer etwa 2 Stunden 45 Minuten (inkl. eine Pause)