Hoffmanns Erzählungen

Jacques Offenbach | Phantastische Oper in fünf Akten

Libretto von Jules Barbier nach dem Schauspiel von Jules Barbier und Michel Carré | in deutscher Sprache

Musikalische Leitung Elias Grandy
Inszenierung John Dew
Bühne Heinz Balthes
Kostüme José-Manuel Vázquez
Choreinstudierung Markus Baisch

Joel Montero (Hoffmann), Erica Brookhyser (Die Muse | Niklas), Olafur Sigurdarson (Lindorf | Coppelius | Mirakel | Dapertutto), Lasse Penttinen (Andreas | Cochenille | Franz | Pitichinaccio), Julie Davies | Adréana Kraschewski (Olympia | Antonia | Giulietta | Stella), Elisabeth Hornung (Stimme der Mutter), Oleksandr Prytolyuk (Hermann | Schlemihl), John In Eichen (Luther | Crespel)

Der Dichter E. T. A. Hoffmann liebt die Sängerin Stella, die allerdings auch von dem reichen Stadtrat Lindorf umworben wird. Während der Pause einer Opernvorstellung, in der Stella auftritt, erzählt Hoffmann im Kreise zechender Studenten von seinen drei Liebesabenteuern mit der Puppe Olympia, der Sängerin Antonia und der Kurtisane Giulietta, in denen sich einzelne Aspekte der Persönlichkeit Stellas spiegeln. Lindorf verwandelt sich dabei in Hoffmanns dämonischen Widersacher, der alle seine Liebesträume zum Scheitern bringt. Als Stella den Dichter nach der Vorstellung schließlich nur noch betrunken vorfindet, verlässt sie das Lokal am Arm Lindorfs. Hoffmann ist, in der Realität genauso wie in seinen Erzählungen, der Verlierer. Er findet Trost bei seiner Muse, die ihn zu neuen Werken ermuntert.
Jacques Offenbach schrieb Hoffmanns Erzählungen am Ende seines Lebens im Wettlauf mit der Zeit. Obwohl er mit fieberhafter Eile komponierte, war es ihm nicht mehr vergönnt, seine Oper auf der Bühne zu erleben. Ernest Guiraud richtete das unvollendete Werk für die posthume Uraufführung ein, das somit bereits in bearbeiteter und entstellter Form das Licht der Welt erblickte. Wie kaum ein anderes Werk kam die Oper in ständig neuen Bearbeitungen auf die Bühne. Andererseits gab es auch immer wieder Bemühungen, die originale Gestalt, wie sie Offenbach intendiert haben mag, so weit wie möglich zu rekonstruieren. Einzelne Autographe von Offenbachs Hand, die bis in die letzten Jahre aufgefunden wurden, dienten dazu als Mosaiksteinchen. Eine definitive Fassung wird es dennoch nie geben. So ist jede Inszenierung aufs Neue gefordert, die durch Offenbachs Brille gesehenen Hoffmann’schen Erzählungen so authentisch wie möglich auf die Bühne zu bringen.

Premiere 28. April 2012 | Großes Haus

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