
Uraufführung
Fünfter und sechster Beitrag unserer Reihe Das Werk von Carl Orff
Choreografische Mitarbeit | Mei Hong Lin
Choreinstudierung | André Weiss
Aki Hashimoto (Kwan Shusai | Kotaro), Oleksandr Prytolyuk (Genzo), Susanne Serfling (Tonami), Andreas Daum (Matsuo | Erste Gestalt), Anja Vincken (Chiyo | Zweite Gestalt), Sven Ehrke (Gemba)
Susanne Serfling, Katrin Gerstenberger, Anja Vincken, Aki Hashimoto, Niina Keitel, Gundula Schulte, Margaret Rose Koenn, Yun Jeong Cho, Elisabeth Hornung (Die neun Sibyllen), Lucian Krasznec, Sven Ehrke, Oleksandr Prytolyuk, David Pichlmaier, Malte Godglück, Jeffrey Treganza, Andreas Daum, John In Eichen, Thomas Mehnert (Die neun Anachoreten), John In Eichen | Thomas Mehnert (Der Chorführer), Andreas Daum (Lucifer), Lucian Krasznec (Tenor solo), Elisabeth Hornung (Alt solo)
Gisei – Das Opfer, ein im Jahr 1913 entstandenes Jugendwerk von Carl Orff, basiert auf einem japanischen Trauerspiel mit dem Titel Terakoya. Der fremde Stoff inspirierte den jungen Komponisten zu einer Musiksprache der Synthese zwischen musikalischem Exotismus und europäischer Musiktradition. In einem Vorspiel beklagen zwei Gestalten, ein Mann und eine Frau, den Opfertod ihres Kindes. Die Geschichte der durch ein unabwendbares Schicksal herbeigeführten Tötung des Knaben Totaro wird in der anschließenden Haupthandlung wie in einer filmischen Rückblende dargestellt.
Diesem ersten Bühnenwerk Orffs, das in der Inszenierung von John Dew zur posthumen Uraufführung gelangt, wird das letzte Bühnenwerk Orffs, De temporum fine comoedia aus dem Jahr 1973, gegenübergestellt. Mit diesem philosophisch reichen Werk zog Orff zugleich den Schlussstrich unter sein vielgestaltiges musikdramatisches Schaffen, das ihn als einen der individuellsten Komponisten des 20. Jahrhunderts ausweist.