Jud Süss
Paul Kornfeld | Tragödie
Inszenierung Hermann Schein
Bühne und Kostüme Stefan Heyne
Musik Michael Erhard
Matthias Kleinert (Karl Alexander, Herzog von Würtemberg), Christina Kühnreich (Die Herzogin), Uwe Zerwer (Minister Remchingen), Andreas Vögler (General Speckenschwardt), Andreas Manz (Joseph Süss Oppenheimer), Thomas Cermak (Ulbrich), Tom Wild (Burkhart), Dagmar Poppy (Prinzessin Lichtenstein), Klaus Ziemann (Professor Hilprecht | ein Schmied), Sonja Mustoff (Frau Götz), Maika Troscheit (Anna Götz), Achim Barrenstein(Zeremonienmeister), Aart Veder (Der Regent | Fränkel)
Stuttgart um 1738. Am Hofe des Herzogs von Württemberg herrscht Unruhe: Ein seltsames, fremdartiges Wesen, „ein echter Jude", hat sich in den Hof geschlichen und verlangt Gehör. Bald schon gelingt es dem Händler Josef Süss Oppenheimer aus Heidelberg, das Interesse des Herzogs zu wecken. Eine politische Blitzkarriere beginnt: Mit weitsichtigem Gespür für Handel und Geldgeschäfte kommt Süss nicht nur in Anstellung, er wird schon bald herzoglicher Berater. Die Finanzen des Hofs und Steuern des Landes liegen in seiner Hand. Überall spricht man vom märchenhaften Aufstieg des glücklichen Juden. Doch Süss selbst ahnt den tiefen Fall voraus: Als die drückende Steuerlast den Volkszorn provoziert, sind seine politischen Gegner schon zur Stelle und ein Sündenbock ist schnell gefunden.
Die Geschichte um Jud Süss folgt einer historischen Begebenheit und diente als Vorlage für Wilhelm Hauffs Novelle und Lion Feuchtwangers Roman. Die Nationalsozialisten nutzten die Geschichte propagandistisch für den gleichnamigen antisemitischen Film.
Paul Kornfeld gelingt es 1929 mit seiner Bearbeitung des Stoffes, die Entstehung und das Wesen des Antisemitismus auf äußerst packende Weise offenzulegen. Kornfeld, selbst jüdischen Glaubens, starb 1942 im Konzentrationslager Lódž. Mit seinen frühen Dramen und programmatischen Schriften verhalf er dem expressionistischen Theater in Deutschland zum Durchbruch. In der Saison 1927 | 1928 war er unter Gustav Hartung am Darmstädter Landestheater als Schauspieldramaturg engagiert und maßgeblich an der Etablierung der zeitgenössischen Moderne auf der Darmstädter Bühne beteiligt.
Premiere 5. März 2011 | Kleines Haus
Aufführungsdauer etwa 3 Stunden, inkl. eine Pause
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