Inszenierung und Bühne Hermann Schein
Kostüme Veronika Bischoff
Matthias Kleinert (Vater), Karin Klein (Mutter), Simon Köslich (Sohn), Anne Hoffmann (Tochter), Christina Kühnreich (Frau)
In dieser Familie läuft einiges nicht rund: Der harmoniesüchtige Vater ist seit geraumer Zeit arbeitslos, die Mutter eine unterforderte, aber überarbeitete Pharmazeutin mit Geltungsdrang, die Tochter spricht nicht mehr, der Sohn ist aggressiv. Man lamentiert vor sich hin und lebt aneinander vorbei. Plötzlich steht eine attraktive Escort-Lady in der Wohnung. Sie schläft nicht nur mit dem Vater und setzt Veilchenseife und Tischdecken durch, sondern bringt das eingeschlafene Familienleben auch sonst mächtig auf Trab. Weitgehend unbemerkt hat der Sohn indes einen zivilisatorischen Guerillakrieg angezettelt und bedient sich dabei der Chemie. Getreu seinem Credo "Zerstörung ist Freiheit!" möchte er eine menschliche Supernova zünden und verglühen sehen ...Bettina Erasmy beschreibt die Familie als Spiegelbild einer Gesellschaft der sozialen Kälte. Subtil und dennoch nicht weniger eindringlich kritisiert sie das Abhandenkommen von Werten wie Vertrauen, Austausch, Geborgenheit und Liebe. Eine ungewöhnliche Geschichte mit überraschenden Wendungen, absurden Haken und einem offenen Ende. 2007 war Erasmy beim Stückemarkt des Berliner Theatertreffens nominiert und gewann im selben Jahr gleich den Landesbühnenpreis des Deutschen Bühnenvereins. Ihre letzte Uraufführung Das wollt ihr nicht wirklich war eine Koproduktion der Ruhrfestspiele Recklinghausen und des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden.
Aufführungsdauer etwa 90 Minuten ohne Pause