Die Goldberg-Variationen


George Tabori | Drama in drei Akten

 

Inszenierung Martin Ratzinger
Bühne und Kostüme Anna-Sophia Blersch
Musikalische Leitung Michael Erhard

mit Tom Wild (Mr. Jay), Harald Schneider (Goldberg), Maika Troscheit (Mrs. Mopp/Terese Tormentina Superstar/Ernestina van Veen), Klaus Ziemann (Japhet/Sarah/Wache/Gekreuzigter), Uwe Zerwer (Masch/Schlange/Isaak/Wache/Gekreuzigter), Hubert Schlemmer (Raamah/Engel/Abraham/Mater Dolorosa/Römer), Statisterie (Hell's Angels)

Mr. Jay hat die Ideen. Mr. Jay erzählt die Witze. Mr. Jay will das erste und das letzte Wort haben. Mr. Jay ist Gott. Doch ohne seinen Assistenten Goldberg ist er nichts. Denn der ist es, der Technik und Beleuchtung im Griff hat, der in der Rolle des Moses die Zehn Gebote vom Berg holt und dabei die Hälfte vergisst, der als Heiland gekreuzigt wird und – am Ende die Premiere rettet? Zwischendurch erklingen Bachs Goldberg-Variationen, mal laut, mal leise, mal rockig, mal romantisch.
In George Taboris Goldberg-Variationen vermischen sich die Ebenen. Die dramatischen Szenen der Bibel erscheinen als groteskes Theater, der theatralische Prozess als biblische Schöpfungsgeschichte. Das zu inszenieren hat sich der ambitionierte Regisseur und Gottvater Mr. Jay (Jahwe) vorgenommen. Und ist dabei genauso abhängig von seinem Assistenten Goldberg, wie dieser von ihm. Sieben Tage dauert die vertrackte Probenarbeit, dann ist das Welttheater fertig. Von der Schaffung der Erde, über Adam und Eva, bis zur Auferstehung Jesu. Zwischendurch funktioniert das Licht nicht, ziert sich die Diva im Evakostüm aufzutreten, streiken die Schauspieler, hat die Bühnenbildnerin gänzlich andere künstlerische Vorstellungen als der Regisseur. Und in den Pausen muss die Putzfrau Mrs. Mopp den Boden schrubben, um den Dreck, den diese Schöpfung hinterlässt, zu beseitigen. Der ganz alltägliche Probenwahnsinn also.
Taboris Werk ist eine groteske und zugleich erfrischend kurzweilige Theaterparodie, aber auch ein Versuch, das Verhältnis der Menschen zu ihrem Gott zu beschreiben. Gespickt mit tiefgründigem Witz.

Szenenbilder Goldberg Variationen

Premiere 25. November 2011 | Kammerspiele

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