
Regie Martin Apelt | Regiemitarbeit Romy Schmidt
Bühne und Kostüme Martin Apelt
Musik Wendelin Hejny
In vielen Rollen Gabriele Drechsel, Virginia Goldmann, Katharina Uhland | Simon Köslich, Tom Wild
Mikrokosmos Theater: Autor, Schauspieler, Regisseur, Dramaturg, Kritiker – Lutz Hübners Dramoletti nehmen sie alle aufs Korn. Und werfen einen ironischen und äußerst amüsanten Blick auf Akteure zwischen Selbstüberschätzung und Wunschvorstellung, zwischen erhofftem Aufstieg und banalem Alltag. Da produzieren Autor, Regisseur und Dramaturg nichts als Floskeln. Da empört sich die Schauspielerin darüber, dass man ihre Rolle einfach komplett gestrichen hat. Da sinnieren Regisseur und Beleuchter in kryptischem Fachchinesisch gekonnt aneinander vorbei.
Haben Sie eine Ahnung, wie die Verhandlungen zwischen Intendant und Kämmerer bezüglich Sparmaßnahmen ablaufen? Oder das Bewerbungsgespräch bei einer Casting-Agentur? Alle, die es bisher nur ahnten, aber schon immer gerne genau wissen wollten, wie Theater wirklich funktioniert, kommen hier auf ihre Kosten.
Hübners süffisantes Theateralphabet buchstabiert den ewig aktuellen Spagat der Akteure zwischen künstlerischem Anspruch und Zuschauerauslastung, entlarvt lustvoll Eigenheiten und Eitelkeiten. Von A bis Z beleuchten die vierundzwanzig kabarettistischen Minidramen den Theaterbetrieb in all seinen Facetten, humoristisch, verächtlich, beiläufig. Sie „schießen aus der Hüfte", springen in rasantem Wechsel zwischen Themen, Orten und Stilen. Und räumen gründlich auf mit der Illusion, am Theater sei es irgendwie anders als überall.
Wo das Theaterkabarett Gretchen 89 ff. des meistgespielten deutschen Gegenwartsdramatikers nur die Probensituation zeigte, decken die Dramoletti schonungslos die ganze Wahrheit auf.