
Inszenierung Hermann Schein
Bühne und Kostüme Lukas Noll
Theatermacher | Der Raub der Sabinerinnen
mit Andreas Manz (Bruscon, Theatermacher), Karin Klein (Frau Bruscon, Theatermacherin), Katharina Uhland (Sarah, deren Tochter), Simon Köslich (Ferrucio, deren Sohn), Matthias Kleinert (Der Wirt), Sonja Mustoff (Die Wirtin)
Der Raub der Sabinerinnen
mit Matthias Kleinert (Martin Gollwitz), Karin Klein (Friederike, seine Frau), Anne Hoffmann (Paula, beider Tochter), Andreas Vögler (Dr. Neumeister, Arzt), Katharina Uhland (Marianne, seine Frau), Gerd K. Wölfle (Karl Gross), Simon Köslich (Emil Gross, dessen Sohn), Aart Veder (Emanuel Striese, Theaterdirektor), Sonja Mustoff (Rosa, Dienstmädchen bei Gollwitz)
Der abgehalfterte Theaterprinzipal Bruscon tingelt mit seiner selbst verfassten Komödie Das Rad der Geschichte durch die österreichische Provinz. Seine Familientruppe: ausgemachte Dilettanten. Die Spielstätten: marode Wirtshaussäle. Das Publikum: plumpe Kunstbanausen. Bruscon, der sich selbst in einem Atemzug mit Shakespeare, Voltaire und Goethe nennt, soll an diesem Tag im „Schwarzen Hirschen" in „Utzbach wie Butzbach" Saalmiete zahlen, zudem ist heute „Blutwursttag" und zu allem Überdruss könnte der örtliche Feuerwehrhauptmann das absolut notwendige Löschen der Notbeleuchtung verweigern. Wie könnte der Abend für den „Theatermacher" anders enden als in einem tragikomischen Fiasko.
Schmierendirektor Striese im Raub der Sabinerinnen ist nur eine von vielen Figuren, die sich im Haus von Professor Gollwitz die Klinke in die Hand geben. Striese will, koste es, was es wolle, der Römertragödie, einer Jugendsünde des Professors, zum Durchbruch verhelfen. Als auch dieser Theaterabend in einer Katastrophe zu enden droht, ist es seine Frau, die die Situation rettet und dem Stück zum großen Erfolg verhilft. Ein pointenreicher Schwank, dem die Theatergeschichte so unvergleichliche Sätze wie: „Der Stiefel ist vergiftet." verdankt. Bruscon und Striese, zwei Theaterpatriarchen par excellence, geben sich die Ehre. Auch wenn ihrer beider Leidenschaft dem Theater gilt, könnten sie doch kaum unterschiedlicher sein. Was sie verbindet, ist die Komik ihres Scheiterns. Der despotische Tyrann Bruscon und der unerschütterliche Optimist Striese – wir bringen sie beide an einem Abend auf die Bretter, die die Welt bedeuten.