Männergesellschaft

Edward Bond | Schauspiel

Beitrag unserer Reihe Wie käuflich sind wir?


Inszenierung | Sibylle Broll-Pape

Bühne und Kostüme | Trixy Royeck

Ulrich Cyran (Oldfield), István Vincze (Leonard Oldfield), Matthias Kleinert (Hammond), Harald Schneider (Dodds), Andreas Manz (Wilbraham), Simon Köslich (Bartley)

Oldfield senior hat guten Grund, sich einen Drink zu genehmigen: Geschickt hat der alte Fuchs die feindliche Übernahme seiner Waffenfirma durch den Industriellen Hammond abgewendet. Nun hält er 80 % der Anteile, und Firmenerbe und Adoptivsohn Leonard könnte sich entspannt zurücklehnen. Hätte diesen nur nicht der Ehrgeiz gepackt! Als er die Möglichkeit zum ihm bislang verweigerten beruflichen Aufstieg sieht, paktiert er kurzerhand heimlich mit dem Konkurrenten. Beim Pokern um Ämter und dem Schmieden von Allianzen ist allen alles recht. So steht im undurchsichtigen Netz der Hierarchien, Interessen und Intrigen bald die eigene Integrität zum Verkauf. Doch Habgier ist eine Todsünde: In der Tat werden nicht alle Mitglieder dieser Männergesellschaft ihren Egoismus überleben …
In Männergesellschaft beschreibt Edward Bond eine Familiengeschichte als Parabel, die nachdenklich stimmt. Wenn menschliche Beziehungen zu Vertragsgeschäften werden, verlieren sich Vertrauen, Liebe und nicht zuletzt die Moral. „Ich glaube, dass es keinen guten Stückeschreiber gibt, der an moralischen Fragen unbeteiligt bleiben kann“ resümiert der Brite, der die internationale Theaterlandschaft seit über 40 Jahren mit seinen vielfältigen, aber immer zeitkritischen Werken versorgt.

Szenenbilder „Männergesellschaft ”

Premiere 26. März 2010 | Kammerspiele