Volpone | Timon

Ben Jonson | William Shakespeare
Elisabethanische Variationen über das Gold

Beitrag unserer Reihe Wie käuflich sind wir?

 

Inszenierung | Michael Helle 
Bühne und Kostüme | Achim Römer
Musik | Gregor Schwellenbach
 
Volpone:

Hubert Schlemmer (Volpone), Tilman Meyn (Mosca), Tom Wild (Voltore), Thomas Cermak (Corvino), Andreas Manz (Corbaccio), István Vincze (Leone), Anne Hoffmann (Colomba), Maika Troscheit (Canina), Uwe Zerwer (Der Richter), Klaus Ziemann (Oberst der Sbirren)

Timon von Athen:
Uwe Zerwer (Timon v. Athen), Tom Wild (Alcibiades | Lucullus | Lucilius), Thomas Cermak (Lucius | Caphis | 2. Senator), Andreas Manz (Apemantus | Semprosius), Hubert Schlemmer (Flavius | 3. Senator), István Vincze (Flaminius | Poet), Klaus Ziemann (Servilius | 1. Senator), Maika Troscheit (Varros Diener | Timandra), Tilman Meyn (Isidors Diener | Maler), Anne Hoffmann (Ein Fremder | Phrynia), Ensemble (Chor der Erfolgreichen)

 

Die Sucht nach Reichtum bildet jeweils den Kern zu Timon von Athen und Volpone, die zeitgleich im London des beginnenden 17. Jahrhunderts entstanden. William Shakespeare und sein Freund und Konkurrent Ben Jonson schrieben zwei Stücke darüber, was Geld und Gold aus Menschen macht und wie sie daran zugrunde gehen. Der edle Athener Timon geht sehr großzügig mit seinem Reichtum um. Doch als er selbst Geld braucht, muss er verbittert erkennen, dass seine angeblichen Freunde nur egoistische Schmarotzer sind. Shakespeare entwarf in diesem zeitkritischen Stück ein schonungslos pessimistisches Bild seiner Mitmenschen.

Szenenbilder „Timon von Athen”


„Wo Geld, sind die Narren nie weit“: Mosca versteht sich prächtig darauf, für seinen Herrn Volpone Geld zu ergaunern. Die Tricks und Finten der beiden werden immer ausgebuffter – doch am Ende ist „der Fuchs” Volpone von allen geprellt. Jonson schrieb eine herrliche Typenkomödie, die Stefan Zweig in den zwanziger Jahren vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise von 1929 mit eigener Fassung ins Deutsche übertrug.
Unterschiedlicher könnten die Blickwinkel der beiden Protagonisten Timon und Volpone nicht sein: Beide besitzen Reichtum und beide verabscheuen die Sucht der anderen danach zutiefst. Doch während Timon am Weltenlauf verzweifelt und schließlich den Tod sucht, bereichert sich Volpone in Wahrheit selbst nur noch mehr. Michael Helle nähert sich den zeitlosen Themen Geld und Gier in einer gemeinsamen Inszenierung beider Stücke an einem Abend. 

Szenenbilder „Volpone”

Premiere 13. Februar 2010 | Kleines Haus