Karsten Januschke

Karsten Januschke

Karsten Januschke © Jürgen Friedel

"Am Pult des MDR-Sinfonieorchesters steht [...] Karsten Januschke, der bereits einen äußerst guten Namen hat. Warum, das erweist sich auch beim "Reiheins"-Konzert. Januschke durchlüftet Dvoráks Sinfonie "Aus der Neuen Welt" gründlich. [...] Da drängt kein choreografisch aufgepeppter Jungstar auf die Bestenliste, sondern ein großes Talent erarbeitet hochwertige Klangwege als Synthese von Werk und Mitspielern. Den begeisterten Schlussapplaus teilen sich Orchester und Dirigent in herzlicher Einigkeit. ​"​
2.5.2017, Leipziger Volkszeitung zu dem Konzert im Gewandhaus Leipzig

Karsten Januschke hat sich im Opern- und Konzertbereich innerhalb weniger Jahre einen Namen als großes Talent der jüngeren Dirigentengeneration gemacht. Gekennzeichnet von einer natürlichen Autorität und ausdrucksstarken Dirigiertechnik ist seine Kommunikation mit Orchester, Solisten und Sängern souverän und kollegial. Ein detailliertes Werkstudium ist die Voraussetzung für seine Probenarbeit, die er mit klaren Klangvorstellungen und großer Effizienz gestaltet und die als Schlüssel für Konzerte und Aufführungen von außerordentlicher Emotionalität und künstlerischer Flexibilität dient.

Den Auftakt zu Karsten Januschkes Saison 2017/18 bilden Dido and Aeneas/Herzog Blaubarts Burg in der Regie von Barrie Kosky am Opernhaus Frankfurt. Im Anschluss gastiert er mit einer Neuproduktion von Don Pasquale erstmalig beim Symphonieorchester Vorarlberg. Im Bereich Symphoniekonzerte folgen im Verlauf der Saison Debüts u.a. mit dem DSO Berlin und der Norddeutschen Philharmonie Rostock. Wiedereinladungen führen ihn erneut zum Staatstheater am Gärtnerplatz, zum Symphonieorchester des Slowakischen Rundfunks und abermals an die Oper Frankfurt mit der Uraufführung von Arnulf Herrmanns Der Mieter.

Die Oper Frankfurt, an der Karsten Januschke ab 2008 als Solorepetitor und später als Kapellmeister eine klassische Dirigentenlaufbahn einschlug, war eine prägende Station. Nachdem er sich dort ein umfangreiches und breit gefächertes Repertoire erarbeiten konnte, konzentriert er sich aktuell vermehrt auf seine Gastengagements. So gab er in jüngster Zeit unter anderem seine Debüts mit dem MDR-Sinfonieorchester, dem Münchner Rundfunkorchester, dem Beethoven Orchester Bonn, dem ORF Radio- Symphonieorchester Wien und der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern.

Die Oper spielt weiterhin eine zentrale Rolle in seinen musikalischen Aktivitäten und so bleibt er u.a. der Oper Frankfurt in enger Zusammenarbeit verbunden. Hier dirigierte er seit 2010 Werke aus allen Epochen, wie etwa Don Carlos und La Traviata, La Bohème, Die Fledermaus und Hänsel und Gretel, ebenso Kompositionen der Moderne wie Aribert Reimanns Die Gespenstersonate oder Aulis Sallinens Kullervo. Als besonderer Schwerpunkt kristallisierten sich bald Mozarts Werke heraus und er machte sich mit seinen von Esprit und Energie geprägten Dirigaten der Opern Don Giovanni, Così fan tutte, Idomeneo oder Die Zauberflöte als Mozart-Interpret einen Namen. In der Spielzeit 2016/2017 dirigierte Karsten Januschke an der Oper St. Gallen die Premiere von Le nozze di Figaro und eine weitere Neuproduktion von L'elisir d'amore bei den Opernfestspielen St. Margarethen (Regie: Philipp Himmelmann). Zusätzlich übernahm er die musikalische Leitung der Neuproduktion von Carmen (Regie: Christof Nel) an der Bayerischen Theaterakademie August Everding.

Aus Schleswig-Holstein stammend studierte Karsten Januschke in Wien zunächst Klavier und Musikwissenschaft. Sein Dirigierstudium bei Prof. Georg Mark am Konservatorium Wien schloss er mit Auszeichnung ab. Bereits während seines Studiums arbeitete er an der Wiener Staatsoper als Solorepetitor und Dirigent von Kinderopern sowie am Theater an der Wien und später bei den Bayreuther Festspielen, wo er Dirigenten wie Christian Thielemann und Kirill Petrenko assistierte.