Sandra Leupold

Sandra Leupold

Sandra Leupolds Arbeit steht für eine besonders eindrückliche und kompromisslos klare Regiesprache. Seit 2006 wird ihre Arbeit von der Akademie der Künste, Archiv, dokumentiert.

Nach dem Studium der Theater- und Musikwissenschaft u.a. bei Carl Dahlhaus und der Opernregie bei Ruth Berghaus und Peter Konwitschny arbeitete sie als persönliche Regiemitarbeiterin von Hans Neuenfels, George Tabori und Jürgen Rose.

2005 wurde ihre radikale Inszenierung "Don Giovanni" am Theater Heidelberg vom Fachmagazin „Opernwelt“ als „Produktion des Jahres“ nominiert. Für die gleiche Produktion in der Kulturbrauerei Berlin war sie im Jahr 2001 bereits als „Nachwuchskünstlerin des Jahres“ und in der Sparte „Produktion des Jahres“ nominiert worden und für "Così fan tutte" beim Cantiere Internazionale di Montepulciano als „Regisseurin des Jahres 2004“. Für ihre Produktionen am Staatstheater Mainz "Pelléas et Mélisande", "Parsifal" und C. Pallavicinos "La Gerusalemme liberata" erhielt sie etliche Nominierungen in den Kategorien „Regisseurin des Jahres 2007“, „Produktion“ und „Regisseurin des Jahres 2008" und „Regisseurin des Jahres 2013“. Als erste Regisseurin überhaupt wurde sie mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST 2014 für die beste Regie im Musiktheater ausgezeichnet, der ihr für die Inszenierung von "Don Carlo" am Theater Lübeck verliehen wurde.

Zu ihren jüngsten Arbeiten zählen außerdem "Così fan tutte" am Theater Lübeck, "Lucia di Lammermoor" an der Hamburgischen Staatsoper, "Tannhäuser" am Staatstheater Mainz, "Erwartung" mit Deborah Polaski an der Oper Leipzig und "Pique Dame" an der Oper Kiel. An der Oper Frankfurt inszenierte sie den Doppelabend "L’Oracolo/Le Villi" sowie Ariane et Barbe-Bleue. Im Stuttgarter Wilhelma Theater entstand eine umjubelte Aufführung von Mozarts "La Finta Giardiniera" mit Studierenden der Opernschule. Außerdem inszenierte sie u.a. "Das Schlaue Füchslein" am Theater Freiburg, Monteverdis "Die Krönung der Poppea" am Landestheater Eisenach, Glucks "Orfeo ed Euridice" am Theater Chur (Schweiz), am Theater Luzern "Gianni Schicchi/ Trouble in Tahiti" und "Tosca" am Staatstheater Wiesbaden.

Seit Jahren bildet die Barockoper einen Schwerpunkt in Sandra Leupolds Arbeit. So inszenierte sie die deutsche Erstaufführung von A. Scarlattis "Il Tigrane" am Staatstheater Saarbrücken. Für die Londoner Proms entstand eine Aufführung von Rameaus "Les Boréades" unter der Leitung von Sir Simon Rattle und für die Oper Leipzig Telemanns "Don Quichotte". Große Aufmerksamkeit erzielte sie mit ihren spektakulären Inszenierungen von Cavallis "Scipione Africano" im Alten Stadtbad Saarbrücken und mit C. Pallavicinos "L’Antiope" bei den Dresdner Musikfestspielen.

Besonderes Interesse bringt sie auch der Neuen Musik entgegen. Ihre gefeierte Inszenierung der deutschen Erstaufführung von Per Norgards "Der göttliche Tivoli" am Theater Lübeck wurde an das Theater Bern übernommen. An der Deutschen Oper Berlin inszenierte sie "Europera 4" von John Cage und in der Kleinen Szene der Staatsoper Dresden Stockhausens "Indianerlieder". Außerdem schuf sie für die Werkstatt der Berliner Staatsoper eine Inszenierung von John Cages "Songbooks".

2013 hatte Sandra Leupold an der Gutenberg-Universität Mainz die internationale und interdisziplinäre Klara-Marie-Faßbinder-Gastprofessur für Frauen- und Geschlechterforschung inne.