Die nigerianische Autorin Chimamanda Ngozie Adichie fordert in ihrer berühmten Rede „We should all be feminists“, dass alle Geschlechter gemeinsam anfangen sollen, an einer anderen, gerechteren Welt zu arbeiten, in der Frauen und Männer glücklicher leben können. Inspiriert von ihrem Ansatz beschäftigen wir uns damit, wie wir alle gewinnen, wenn alte patriarchale Strukturen, verkrustete Männer- und Frauenbilder aufgebrochen, und dabei verschiedene Diskriminierungsformen gemeinsam in den Blick genommen werden.

Der Themenschwerpunkt „We should all be feminists!“ am Staatstheater Darmstadt stellt anlässlich des Internationalen Frauen*tags vom 8.-10. März intersektional-feministische Fragen in den Fokus – mit Expert*innen-Gesprächen, Szenischen Lesungen (u.a. in Kooperation mit dem Hessischen Landestheater Marburg), Probenbesuchen, einer digitalen Demo-Aktion und persönlichen Lektüre- und Veranstaltungstipps unserer Ensembles.

Konzept: Christina Zintl


8. März, 20:00 Uhr / Ensemble-Lesung / Zoom
               anschließend: Umtrunk und Gespräch

A feminist manifesto in fifteen suggestions von Chimamanda Ngozi Adichie

in deutscher Sprache (Übers. Anette Grube) mit englischer Übersetzung

MIT Gabriele Drechsel, Luise Harder, Anabel Möbius, Hans-Christian Hegewald, Robert Lang-Vogel, Mathias Znidarec (Schauspielensemble Staatstheater Darmstadt)
und Saskia Boden-Dilling, Jorien Gradenwitz, Ioana Nitulescu, Christian Simon (Schauspielensemble Hessisches Landestheater Marburg)
EINRICHTUNG: Lena Carle, Christina Zintl

Chimamanda Ngozi Adichie gilt weltweit als eine Ikone der intersektional-feministischen Literatur. Ihr Werk wurde bereits in 37 Sprachen übertragen, für ihren Bestseller „Americanah“ wurde sie mehrfach ausgezeichnet und in ihrem TED-Talk „We should all be Feminists“ verankerte sie den Feminismus fest in der Popkultur. Mit ihrem Manifest „Dear Ijeawele. A feminist manifesto in 15 suggestions (Wie unsere Töchter selbstbestimmte Frauen werden)“ zeigt sie, dass Feminismus kein Reizwort, sondern eine Selbstverständlichkeit sein kann und sollte.

Zur Ensemblelesung


9. März, 17:30 Uhr / Probenbesuch / Online             

Mädchen wie die von Evan Placey

MIT Serafina Bach, Yasmina El Aallali, Ida Horst, Katrin Katzenmeier, Maja Mittelstädt, Maryam Nayyer, Susanne Ullrich, Yanna Vick, Nurcan Yildiz DRAMATURGIE Karoline Hoefer REGIE Nike-Marie Steinbach

Ein reines Frauen*-Ensemble setzt sich künstlerisch mit heutigen und historischen Kämpfen im Alltag auseinander – und das auch noch digital. Wir laden zum Gespräch auf die Probe via Zoom ein.

Zum Probenbesuch


9. März, 20:00 Uhr / Diskussion / Zoom

We should all be feminists! Intersektionale Perspektiven auf Krisen und Chancen in der Pandemie

MIT
Mithu Sanyal (Autorin, Journalistin, Kulturwissenschaftlerin)
Dr. Denise Bergold-Caldwell (wissenschaftliche Geschäftsführerin des Zentrums für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung an der Philipps-Universität Marburg)
Katharina Pelosi (Audiokünstlerin; Feministisches Performance Kollektiv Swoosh Lieu)

MODERATION Christina Zintl (Dramaturgin Staatstheater Darmstadt)

Die aktuelle Situation der Pandemie hat Geschlechterungerechtigkeit weltweit verstärkt, insbesondere für Menschen mit mehrfachen Diskriminierungserfahrungen. Die Bedeutung einer intersektionalen Perspektive auf Machtverhältnisse sollte deshalb gerade heute deutlicher denn je werden. Wir fragen uns deshalb aus verschiedenen (kultur-) wissenschaftlichen und künstlerischen Perspektiven: Wie gelingt feministische Solidarität in Krisenzeiten? Birgt eine solche Krise wie die aktuelle Pandemie auch Chancen für eine gleichberechtigtere Zukunft?

Zur Diskussion


10. März, 20:00 Uhr / Szenische Lesung / Online

Cat Person.Storys von Kristen Roupenian

MIT Edda Wiersch (Schauspielerin, Staatstheater Darmstadt)
REGIE Maximilian Löwenstein (Dramaturg, Staatstheater Darmstadt)

Cat Person, die "meistdiskutierte Short Story aller Zeiten“ (Guardian) machte Kristen Roupenian über Nacht zur viralen Sensation im Netz. Cat Person wurde der literarische Text zu #MeToo. Die Storys aus Roupenians gleichnamigem ersten Erzählungsband entfalten zusätzliche Facetten der Generation der Millenials. Mit beißendem Witz und Hintersinn portraitieren die drei Storys des Abends, wo wir gerade stehen in den Kräfte- und Machtverhältnissen zwischen Männern und Frauen.

Zur Szenischen Lesung



Feministische Tipps aus den Ensembles und aus der Stadt

"Sei kein Mann" / "Boys don't cry"

Die Ensemblemitglieder Hans-Christian Hegewald und Robert Lang-Vogel sprechen über toxische Männlichkeit und darüber, warum auch Männer Feministen sein sollten; und stellen die Bücher "Sei kein Mann" von JJ Bola und "Boys don`t cry" von Jack Urwin vor.

Luise Büchner-Gesellschaft Darmstadt: Texte zur Geschichte des int. Frauen*tags

Die Darmstädterin Luise Büchner (1821-1877) gilt als eine der Pionierinnen der Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts. Die Luise Büchner-Gesellschaft hält das Werk der Schriftstellerin, Journalistin und Frauenpolitikerin sowie anderer Wegbereiterinnen der Frauenbewegung mit regelmäßig Lesungen, Vorträge, Ausstellungen, Fahrten und Preisvergaben lebendig. Die große 8. März-Feier der Luise Büchner-Gesellschaft im Jagdhofkeller ist schon traditionell. In Pandemie-Zeiten soll das Fest wenigstens im Kleinen stattfinden, per Zoom mit Agnes Schmidt und Bettina Bergstedt und 30 Minuten Texten. Eine kleine „Geschichte des Internationalen Frauentags“, der 110 Jahre alt wird, drei historische Texte von Frauenrechtlerinnen vom Vormärz bis 1910 und ein Gedicht.

Digitale Leseprobe: "Mädchen wie die"

Digitale Leseprobe von "Mädchen wie die" (Girls Like That) von Evan Placey, Deutsch von Frank Weigand. Mit freundlicher Genehmigung des Verlags Felix Bloch ErbenGmbH & Co. KG, Berlin

Das Bündnis feministischer Streik zur Demo am 8. März

"Kommt zur Demo am 8. März 2021 um 16.30 Uhr zum Ni-Una-Menos-Platz - auch bekannt als Friedensplatz in Darmstadt. Mit Mund-Nase-Bedeckung und Abstand geben wir Acht aufeinander. Gemeinsam fordern wir die Aufwertung von bezahlter und unbezahlter Sorgearbeit und reproduktive Gerechtigkeit. Denn Profite sind #systemrelevant, wir sind #lebenswichtig.Schaut vorbei bei unseren online Veranstaltungen: mit tollen Referent*innen betrachten wir aus queer-feministischer Perspektive: Sorgearbeit, Sexarbeit und Soziale Arbeit, kurdische Kämpfe, ökologische Herausforderungen, Schwarzen Feminismus und reproduktive Gerechtigkeit. 


Online-Demo

Euer Motto zum int. feministischen Kampftag auf unseren Demoplakaten!

Über unsere Social-Media-Kanäle haben wir nach eurem Motto für den int. feministischen Kampftag am 8. März gefragt. Das sind eure Einsendungen, vielen lieben Dank dafür, u.a. an die Luise Büchner-Gesellschaft, das Feministische Streikbündnis, das Magazin "Mathilde"! Anbei eure Motive zum Ausdrucken.

Eure Plakate als pdfs zum Ausdrucken