Auftakt zur Konzertsaison

23.09.2015

Das Staatsorchester Darmstadt | © Lottermann and Fuentes

In der letzten Spielzeit trumpften die Musiker schon mit Johannes Brahms ́ Klarinettenquintett oder Arnold Schönbergs Kammersinfonie auf, und setzen jetzt ihre Reihe nach der Sommerpause mit Werken von Zoltán Kodály, Alban Berg und eben jenem Brahms fort. Liebhaber humorvoller barocker Musik können sich auf das 2. Kammerkonzert freuen. Dort sind die BarokkSolistene aus Norwegen zu Gast. Die neun Musiker spielen "traditionelle, berührende und spritzige Musik, begleitet von Anekdoten, Witzen und Bier."

Nach Mahlers Zehnter zum Einstand als Generalmusikdirektor in Darmstadt bringen das Staatsorchester Darmstadt und Will Humburg nun Bruckners Achte im 1. Sinfoniekonzert am Sonntag, den 11. Oktober, und am Montag, den 12. Oktober, zur Aufführung. Für den Nachwuchs der Musikfans im Kindergartenalter gibt es auch in der Spielzeit 2015|16 die Teddybärenkonzerte; und davon zu Beginn gleich zwei: Die musikalischen Märchen "Ali und der Zauberkrug" am Mittwoch, 30. September und "Peter und der Wolf" am Mittwoch, 30. September, und 28. Oktober. 

Im 1. Sinfoniekonzert dirigiert Will Humburg die 8. Sinfonie von Anton Bruckner. Bruckner hatte seine letzte vollendete Sinfonie im Herbst 1887 fertiggestellt, doch sie fand weder bei seinem Dirigentenfreund Hermann Levi, dem er sie mit den Worten "Möge sie Gnade finden" zusandte, noch bei anderen Anhängern "Gnade". Nach großen Selbstzweifeln und einer tiefen Depression begab er sich an die "Restauration", die er im Frühling 1890 abschloss. Die Sinfonie besteht aus vier Sätzen, wobei der langsame Satz und das Scherzo entgegen den Prinzipien der klassischen Sinfonie vertauscht sind. Mit 80 Minuten ist sie die erste Sinfonie, die ein solches Zeitmaß erreicht, und ist außerdem auch Bruckners längste Sinfonie. Der Komponist sprach von seinem "Mysterium", vielfach wird die Achte auch als "Krone der Musik des 19. Jahrhunderts" bezeichnet. Dass György Ligetis "Poème Symphonique", das von hundert Metronomen gespielt wird, auch auf dem Programm des 1. Sinfoniekonzertes steht, hätte den an chronischem Zählzwang leidenden Anton Bruckner sicher gefreut - auch wenn das Stück "nur" 8 Minuten dauert

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