Ein Konzertbesuch

15.12.2016

Das Staatsorchester Darmstadt | © Gregor Schuster

Das Staatsorchester Darmstadt | © Gregor Schuster

Amira Elmadfa

Amira Elmadfa | Weihnachtskonzert

Nicolas Legoux | Weihnachtskonzert

Katharina Persicke | Weihnachtskonzert

Am Sonntag früh ist ein Konzert ein guter Auftakt, am Abend in der Woche eine gute Abrundung. Die Länge ist immer ähnlich, selten sind es mehr als 2 Stunden mit einer Pause. Vielleicht gehen ja auch die Nachbarn, die Freunde, die Verwandten. Man trifft sich gern und auch ein wenig eher auf ein Glas und einen kurzen Plausch. Ist die Entscheidung getroffen, fällt auch der Kartenkauf leicht, es sei denn... Lieber vorn sitzen, um einen nahen Blick auf das Geschehen zu haben, oder lieber weiter hinten wegen des Gesamteindrucks? Wie man sich kleidet ist ja heutzutage nicht mehr ganz so streng vorgegeben. Ein wenig besser darf es aber schon sein. Zum Glück sind die Zeiten von (zu) engen Kleidern und Stehkragen (früher bekannt als "Vatermörder") vorbei. Und dennoch. Auf Kleidung acht zu geben, ist eine Geste. Es ist eben doch etwas Besonderes, ins Konzert zu gehen, vergleichbar vielleicht mit einer Verabredung, auch wenn der Konzertbesuch - zumal für Abonnenten - zu einer routinierten Übung geworden ist.

Johannes Brahms meinte (vielleicht aus Ärger über unzureichende Qualität), die schönste Aufführung des "Don Giovanni" wäre die, die er beim Partiturlesen sähe. Darüber denkt man nicht erst seit heute anders. Zum Konzert gehört, dass man nicht allein da sitzt. Zum Gemeinplatz des "Werkbegriffs" gehört: Erst die öffentliche Aufführung macht eine Partitur zum "Werk". Denn die Interpreten auf der Bühne merken, wie das Publikum reagiert, wie das Werk entsteht, und sie können ihrerseits auf das Publikum reagieren.

Daraus ergibt sich die Magie, die einem Konzert innewohnt. Theodor W. Adorno suchte diese Analogie: Musikhören ist wie ein Dialog mit einem geliebten Menschen. Auch da würde man aktiv zuhören. Applaus. Und wenn das Stück nicht ganz neu war, geht man mit dem "Ohrwurm" ins Bett.


Konzerte im Staatstheater
Um das Gelesene zu überprüfen, laden wir Sie zu unseren Konzerten in der kommenden Zeit ein: Am 5. und 6. Februar zum 4. SINFONIEKONZERT mit Bach, Rachmaninoff, Ligeti und Janáček. Oder Sie genießen am 26. und 27. März die halbszenische Aufführung der Oper IL PRIGIONIERO im Rahmen des 5. SINFONIEKONZERT.

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