INTERNATIONALER MUSIKTHEATER-WETTBEWERB DARMSTADT

27.10.2015

In Zusammenarbeit mit dem
Internationalen Musikinstitut Darmstadt

 

Das Staatstheater Darmstadt hat zum ersten Mal einen Kompositionswettbewerb für Musiktheater ausgelobt. Ziel des INTERNATIONALEN MUSIKTHEATERWETTBEWERB DARMSTADT ist es, Komponist*innen mit Interesse an Musiktheater die Möglichkeit zu geben, in enger Zusammenarbeit mit dem Staatstheater Darmstadt ihre Ideen zu erproben und zu realisieren. Die Resonanz war mit über 150 eingegangenen Bewerbungen erfreulich hoch. Eine hochkarätige, international besetzte Jury hat aus den Bewerber*inen eine Vorauswahl getroffen und im September 2015 eine Gruppe von wenigen Komponist*innen ausgewählt. Diese erhalten vom Staatstheater Darmstadt einen Kompositionsauftrag für jeweils eine musiktheatrale Szene von 15-20 Minuten, wobei die einzelnen Szenen in Zusammenarbeit mit dem Staatstheater Darmstadt erarbeitet werden.

Alle Kompositionen werden an einem Abend zur Uraufführung gebracht: Die Premiere findet statt im Rahmen der 48. Internationalen Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt im Juli 2016. Nach der erfolgreichen und produktiven Kooperation im Rahmen der Aufführung von Luigi Nonos „Prometeo“ im Juli 2015 ist dies die zweite Zusammenarbeit von IMD und Staatstheater Darmstadt.

Die Namen der ausgewählten Komponist*innen lauten: Sivan Cohen Elias (Israel), Abel Paúl (Spanien), Carsten Hennig (Deutschland), Patricia Martínez (Argentinien), Marta Gentilucci (Italien). Biografien der Gewinner finden sich unten stehend.

Im Anschluss an die Premiere im Juli 2016 wird die Jury eine/n der Komponist*innen auswählen, ein abendfüllendes Musiktheaterstück zu schreiben. Geplant ist, dieses im Juli 2018 im Rahmen der 49. Internationalen Ferienkurse am Staatstheater Darmstadt uraufzuführen.

Die Jury: Chaya Czernowin (Komponistin), Will Humburg (GMD Staatstheater Darmstadt), Sergej Newski (Komponist), Samir Odeh-Tamimi (Komponist), Peter Ruzicka (Komponist/Intendant), Thomas Schäfer (IMD, Leitung Internationale Ferienkurse für Neue Musik), Karsten Wiegand (Intendant Staatstheater Darmstadt).

Biografien der Komponist*innen:

Sivan Cohen Elias (Israel)

Sivan Cohen Elias, geboren 1976 in Jerusalem, ist Komponistin und Performerin. In ihrer Arbeit untersucht sie Grenzen und Möglichkeiten, unterschiedliche Kunstformen innerhalb eines Werkes zu verbinden. Ihre Arbeiten wurden aufgeführt und in Auftrag gegeben von Ensembles in Europa, Israel und den Vereinigten Staaten, u.a. vom Klangforum Wien, der MusikFabrik, dem Ensemble Mosaik, dem Ensemble Dal Niente und auf Festivals wie den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik Darmstadt, Wien Modern, den Wittener Tagen für neue Kammermusik, Ultraschall Festival Berlin, dem Warschauer Herbst u.a.

Derzeit ist Cohen Elias PhD-Kandidatin und Teaching Fellow an der Harvard University bei Prof. Chaya Czernowin und Prof. Hans Tutchku. 2012 war sie Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude/Stuttgart. 2007 bis 2009 absolvierte sie ein zweijähriges Postgraduierten-Programm an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien. Meisterkurse besuchte sie u.a. bei Brian Ferneyhough, Georges Aperghis, Pierluigi Billone, Steven Kazao Takasugi, Rebecca Saunders und Michael Pisaro. Sivan Cohen Elias wurde u.a. ausgezeichnet mit dem Project Prize Darmstadt (2012) und dem Impuls International Composition Competition (2009). hgnm.org/composer/sivan-cohen-elias

Marta Gentilucci (Italien)

Marta Gentilucci studierte Gesang (Sopran) am Konservatorium in Perugia, wo sie zudem ihren Master in Englischer und Deutscher Literatur absolvierte. Sie studierte Komposition am Konservatorium in Florenz und an der Musikhochschule Stuttgart (auch: Elektronische Musik) sowie Elektronische Musik am IRCAM/Paris. Derzeit beendet sie ihren PhD in Komposition an der Harvard University.

Marta Gentilucci war Stipendiatin des  Experimentalstudios des SWR Freiburg und des Elektronischen Studios der Akademie der Künste Berlin. Ihre Kompositionen für elektronische Musik wurden aufgeführt auf dem Seoul International Computer Music Festival; dem New York City Electroacoustic Festival 2013 und 2015 sowie beim ICMC 2011 (UK), ICMC 2013 (AU), ICMC 2014 (GR) und ICMC 2015 (Texas, US).

Aufführungen ihrer Werke erfolgten in Italien, Frankreich, Griechenland, Deutschland, Korea, Japan, USA und Großbritannien durch Ensembles wie: Orchestra Nazionale RAI, Ensemble Surplus, Ensemble Ascolta, Neue Vocalsolisten Stuttgart, cros.art ensemble, Ensemble Intercontemporain, Les Cris de Paris, Jack Quartet, Chiara Quartet, L'Arsenale Ensemble, Hand Werk, Nikel Ensemble, Elision Ensemble, Promenade Sauvage und Dal Niente. 2014 erhielt Marta Gentilucci für ihr Streichquarett „Proof Resilience“ eine „ehrenvolle Nennung im Rahmen der Vergabe des Mivos/Kanter Prize“. Derzeit arbeitet sie u.a. an einem Projekt für Großes Ensemble und Live-Elektronik in Zusammenarbeit mit dem IRCAM/Paris und dem Ensemble Contrechamps. www.martagentilucci.com | soundcloud.com/martagentilucci

Carsten Hennig (Deutschland)

Carsten Hennig studierte Filmmusikkomposition an der Filmakademie Baden-Württemberg und Komposition bei Adriana Hölszky an der Musikhochschule Rostock sowie am Mozarteum Salzburg.

Der Tradition einer empirischen Ästhetik verpflichtet, entwickelt Hennig die Gestaltungsprinzipien seiner Werke jeweils aus spezifischen Fragestellungen heraus, die sich bis in die Parameter der musikalischen Gestaltung hinein auswirken. Hennig hat viele seiner Kompositionen zu Werkkomplexen zusammengefasst, wenn sie sich dem übergeordneten Thema „synonym“, „Zeiten und Orte“ oder „lost & found“ zuordnen ließen. Aufführungen seiner Werke, etwa bei Festivals wie Gaudeamus (Amsterdam), Manca (Nizza), ArtGenda (Stockholm), Münchener Biennale, Musica Viva, den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik Darmstadt, dem SUNTORY Festival Tokyo oder dem Ultraschall Festival Berlin, führten zur Zusammenarbeit mit verschiedenen Ensembles, wie dem Ensemble Modern, dem Nieuw Ensemble, der Musikfabrik NRW, der Luxembourg Sinfonietta, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem Thürmchen Ensemble, der Blaskapelle der Italienischen Luftwaffe, Ear Unit Los Angeles, der Tokyo Sinfonietta, dem Rundfunksinfonieorchester Berlin, dem Ensemble Resonanz und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Hennigs Schaffen wurde vielfach gefördert und ausgezeichnet, etwa mit dem Stipendium der Villa Massimo Rom (2004), dem Stipendium der Villa Aurora in Pacific Palisades, Los Angeles (2007), dem Stipendium Cité Internationale des Arts Paris für 2016, dem Kompositionspreis der Gertrud und Hans Zender Stiftung 2010, dem 1. Preis beim Internationalen Kompositionswettbewerb „Brandenburger Biennale“ 2010, dem BMW Kompositionspreis der Musica Viva 2005 und dem 2. Preis beim Internationalen Kompositionswettbewerb Luxembourg 2002. www.carsten-hennig.eu

Patricia Martínez (Argentina)

Patricia Martínez, geboren 1973 in Argentinien, ist Komponistin, Improvisatorin mit Elektronik, Pianistin, interdisziplinäre Künstlerin und Dozentin. Sie gründete und leitet Ensembles für experimentelle und improvisierte Musik in Buenos Aires, Paris und Holland.

Sie studierte Komposition an der National University Quilmes (Buenos Aires), hat ein Doktor- und Masterabschluss in Komposition der Stanford University und absolvierte einen Jahreskurs für Computer Music am IRCAM in Paris. Martinez komponierte Werke für Soloinstrumente, für Tonband bis hin zu großen Ensemblewerken.

Partricia Martínez gewann zahlreiche Preise: Francisco Kröpfl Prize/SADAIC (Argentina Society of Music Composers and Authors, 2014), The American Prize (2013, Finalistin), Argentinean Government’s artist life grant (1999/2000); International Young Composers’ Meeting (Apeldoorn, Gaudeamus Foundation); Residence Prix at the International Competition of Electroacoustic Music/Bourges (France); Pierre Schaeffer International Competition of Computer Music (Italien, 2. Preis); National Composer Competition Juan C. Paz und TRINAC/TRIME (2. Preis). Sie erhielt zudem Stipendien und Kompositionsaufträge u.a. von: VCCA/UNESCO-Aschberg, Yvar Mikhashoff Trust for New Music Foundation, Bang on a Can Music Festival, Luigi Russolo Competition, Antorchas Foundation, General San Martin Theatre, De Ereprijs, American Composers Forum, CESARE, Culture Fund BA und Experimental Center of Theatre Colon. Ihre Werke wurden aufgeführt durch nahmhafte Ensembles wie: Arditti Quartett, The Jack Quartet, Surplus, Seth Josel trio, C2, ACME, SFSounds, Cepromusic or Compañía Oblicua. Als Performerin trat sie mit eigenen Werken in Europa, Nord-, Süd- und Zentral-Amerika und Südafrika auf. www.patriciamartinez.com.ar

Abel Paúl (Spanien)

Abel Paúl wurde 1984 in Spanien, Valladolid, geboren. Er studierte Komposition am Konservatorium in Amsterdam bei Fabio Nieder und Richard Ayres sowie an der Universität der Künste in Berlin bei Walter Zimmermann. Derzeit macht er sein PhD an der University of Huddersfield (UK). Zudem absolvierte Paúl Meisterklassen bei Brian Ferneyhough, Pierluigi Billone, Beat Furrer u.a.

Paúl wurde ausgezeichnet mit dem „2008 Salvatore Martirano Composition Award“ (USA), dem CDMC Prize (ES), dem SUAL Award (A) und dem „BBVA Ayudas a Creadores Culturales Award“ (ES). Zudem erhielt er das Prädikat „lobende Erwähung” im Rahmen der Gaudeamus Muziekweek, des Mauricio Kagel Wettbewerbes (A) und dem „Anything goes prize“ (UK).

Abel Paúl erhielt eine Residency beim 4. Forum Junger Komponisten des Ensemble Aleph, sowie bei der „Ligeti Academy“ und dem Künstlerhaus Lauenburg. Seine Musik wurde aufgeführt auf Festivals wie ISCM World Music Days (SE), Nederlandse Muziekdagen, Gaudeamus Muziekweek, Holland Festival, Münchener Biennale, Kunstforum Hellerau, Festival SON (ES), Aspekte Salzburg und Klangspuren Schwaz (A), Time of Music (FI), Festival MANCA, Centre Acanthes (FR) u.a. www.abelpaul.net

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