Die Darmstädter Gespräche haben sich weit über die Region hinaus als ein Ort des gesellschaftlichen Austauschs über aktuelle Fragen etabliert. Im Dezember widmet sich das Programm erneut einem Thema mit ganz unmittelbarer politischer Relevanz: Die Geschichte und Gegenwart der deutsch-russischen Beziehungen stehen im Fokus der kommenden Veranstaltungen:

Jeder Mensch tritt irgendwann in den einsamen Raum des Verlustes. Kaum jemand ist auf ihn vorbereitet, heute weniger denn je. Dem Thema Tod widmen sich deshalb die DARMSTÄDTER GESPRÄCHE im Februar in verschiedenen Formaten:

In der Ausstellungsreihe PERSPEKTIVEN sucht Marie van Arsen nach den Spuren der Vergänglichkeit. Die Ausstellung VOM VERSCHWINDEN legt Zeugnis ab von der Endlichkeit des menschlichen Lebens – und gleichzeitig vom Weiterexistieren in der Erinnerung.

Einige Menschen sind berufsbedingt tagtäglich mit Abschied und Trauer befasst. Im ECHO-KAMMERGESPRÄCH öffnet Lars Hennemann gemeinsam mit der Leiterin des Hospiz Darmstadt Elisabeth Schummer-Schmalz und der Bestatterin Sabine Eller den Raum, um über den (alltäglichen) Tod in Darmstadt zu sprechen.

Einen persönlichen Zugriff der Beteiligten zeigt das Projekt der Theaterwerkstatt WEG. Nike-Marie Steinbach inszeniert Gesichter und Geschichten vom, über und aus dem Leben und all den Dingen, die damit zu tun haben. Durch persönliche Auseinandersetzung mit allen Fragen des Verschwindens, des Sterbens, und des Todes entstehen in der begehbaren Installation lebendige Momente – zuweilen rührend, dann wieder komisch und humorvoll.

Im Darmstädter Gespräch fragt Insa Wilke, ob der „Tod einen Platz im Leben hat?“. Ihre Gäste: Hauptkommissar Johannes Meurs, der in seiner Laufbahn miterlebt, welche Folgen das „falsche“ Überbringen von Todesnachrichten haben kann. Thomas Macho, der sich als Kulturwissenschaftler mit Totenkulten und Grenzerfahrungen beschäftigt und Mathias Pfisterer, Ärztlicher Direktor am Agaplesion Elisabethenstift in Darmstadt, der täglich mit Menschen zu tun hat, deren Tage gezählt sind.

Zum Abschluss der Woche liest Ensemblemitglied Gabriele Drechsel in der BAR der Kammerspiele Texte von Goethe, Rilke, Storm und Bachmann, dazu spielt die Geigerin Elena Martinez-Eisenberg Stücke von Bach und Ysaÿe.

     

Mut zur Grenznäherung - Darmstädter Gespräche 2018/19

Seit ihrer Gründung haben die Darmstädter Gespräche sich immer mit der Frage beschäftigt: „Wo ist die Grenze?“. Ob das Thema Architektur, Theater oder Technik war: Es ging um Vermessungen des Denk- und Machbaren. In dieser Spielzeit werden wir das wieder tun. Dabei nehmen wir auf, was sich eine Zuschauerin im April 2018 für die Gesellschaft insgesamt wünschte: wieder in Kontakt zu kommen mit der Welt, der Realität und miteinander. Das heißt aber auch: Es wird ans Eingemachte gehen. Wir stellen im ECHO- Kammergespräch, der Ausstellungsreihe PERSPEKTIVEN, diversen Gastspielen und dem sonntäglichen Darmstädter Gespräch groß Fragen.

Welchen Platz hat der Tod im Leben? Russland: Freund oder Feind? Welchen Weg gibt es rechts und links jenseits der Mitte? Und: Ist das Klima noch zu retten? Gäste der Darmstädter Gespräche sind dabei unter anderem die ehemalige Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, der Schriftsteller Durs Grünbein, der Russland-Berater im Roten Rathaus, ein Hauptkommissar der Polizei, der Ärztliche Direktor des Agaplesion Elisabethenstifts und viele mehr. Mit unseren Gästen wollen wir uns erneut Grenzen des Sagbaren annähern und uns dabei weit in den Raum des Menschenmöglichen wagen.