Die Darmstädter Gespräche haben sich weit über die Region hinaus als ein Ort des gesellschaftlichen Austauschs über aktuelle Fragen etabliert. Im Dezember widmet sich das Programm erneut einem Thema mit ganz unmittelbarer politischer Relevanz: Die Geschichte und Gegenwart der deutsch-russischen Beziehungen stehen im Fokus der kommenden Veranstaltungen:

Mit Fjodor Dostojewskis phantastischer Erzählung DIE SANFTE, inszeniert von Clemens Braun, eröffnet das Staatstheater Darmstadt den Russland-Reigen am 11. Dezember. Ein faszinierendes Wechselspiel von Privatem und Politischem als Hommage an den Großmeister der russischen Weltliteratur. 

Die herausgehobene Bedeutung der Tischkultur für das landläufige Russland-Bild beschäftigt die Künstlerin Alona Rudnev in ihrer Ausstellung MINDESTENS HALTBAR BIS. Eine üppig gedeckte Tafel lädt in dieser Installation ab dem 12. Dezember zum Austausch bei angeregten Tischgesprächen ein.

Im zweiten ECHO-KAMMERGESPRÄCH dieser Spielzeit diskutiert das Publikum am 12. Dezember ab 20:00 Uhr mit ECHO-Chefredakteur Lars Hennemann und seinen Gästen über die Spuren deutsch-russischer Geschichte im Stadtbild. Rede und Antwort stehen Olga Karsten (Dialog e.V.) und Denis Sudobin, flankiert vom Chor der russisch-orthodoxen Kirche Hl. Maria Magdalena.  

Eine interdisziplinäre Annäherung an die Besonderheiten der deutsch-russischen Beziehungen wagt die Installation UNTER TARNUNG am 14. Dezember um 20:00  Uhr. Ein Abend zum Zuschauen, Tanzen, Singen und Essen von Alona Rudnev und Roman Schmitz.

Das abschließende DARMSTÄDTER GESPRÄCH am 16. Dezember, 18 Uhr, stellt die große Freund-Feind-Frage angesichts der aktuellen tektonischen Verschiebungen im politischen Gefüge der Welt. Von ihren Einschätzungen und Erfahrungen berichten Alina Bronsky, Gwendolyn Sasse und Olaf Kühl.

     

Mut zur Grenznäherung - Darmstädter Gespräche 2018/19

Seit ihrer Gründung haben die Darmstädter Gespräche sich immer mit der Frage beschäftigt: „Wo ist die Grenze?“. Ob das Thema Architektur, Theater oder Technik war: Es ging um Vermessungen des Denk- und Machbaren. In dieser Spielzeit werden wir das wieder tun. Dabei nehmen wir auf, was sich eine Zuschauerin im April 2018 für die Gesellschaft insgesamt wünschte: wieder in Kontakt zu kommen mit der Welt, der Realität und miteinander. Das heißt aber auch: Es wird ans Eingemachte gehen. Wir stellen im ECHO- Kammergespräch, der Ausstellungsreihe PERSPEKTIVEN, diversen Gastspielen und dem sonntäglichen Darmstädter Gespräch groß Fragen.

Welchen Platz hat der Tod im Leben? Russland: Freund oder Feind? Welchen Weg gibt es rechts und links jenseits der Mitte? Und: Ist das Klima noch zu retten? Gäste der Darmstädter Gespräche sind dabei unter anderem die ehemalige Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, der Schriftsteller Durs Grünbein, der Russland-Berater im Roten Rathaus, ein Hauptkommissar der Polizei, der Ärztliche Direktor des Agaplesion Elisabethenstifts und viele mehr. Mit unseren Gästen wollen wir uns erneut Grenzen des Sagbaren annähern und uns dabei weit in den Raum des Menschenmöglichen wagen.