Die Fledermaus

Johann Strauß | Operette in drei Akten

Text von Richard Genée

Zweifellos ist Die Fledermaus die beliebteste und vielleicht auch beste so genannte Wiener Operette; sie ist außerdem eines derjenigen Bühnenwerke, in welchem ein so gefürchtetes Gefühl wie die „Katerstimmung“ am konsequentesten ausgestaltet und auskomponiert worden ist, und zwar in zweifacher Hinsicht. Auf der Ebene der Stückrealität folgt auf die die haarsträubend verwicklungsreichen Ballnacht beim russischen Prinzen Orlofsky die allgemeine Ernüchterung in den Räumlichkeiten eines Gefängnisses, welche durch die Umtriebe des so gar nicht nüchternen Gefängniswärters Frosch einen besonderen Unterhaltungswert bekommt. Auf der Ebene der Werkentstehung ist aber gleichermaßen das Gefühl des Brummschädels auszumachen, denn Strauß’ Operette wurde kurz nach dem schweren Börsenkrach von 1873 komponiert und bediente in einer Situation allgemeiner Benommenheit gleichermaßen das Bedürfnis nach Betäubung durch Erinnerung an frühere und bessere Zeiten wie auch das Schärfen der Sinne für die gegenwärtige Lage.

Das Handlungsgerüst für dieses doppelbödige musikalische Lustspiel wurde wie so oft bei der Wiener Operette einem französischen Theaterstück entnommen, in diesem Falle der Komödie Le Réveillon von Henri Meilhac und Ludovic Halévy (den Librettisten zahlreicher Offenbach-Operetten und von Bizets Carmen). Aus den pikanten Geschehnissen im Vorfeld einer großen Pariser Silvesterfeierlichkeit wurde durch den Librettisten Richard Genée unter Benutzung einer deutschen Theaterübertragung von Karl Haffner sowie unter Hinzufügung gewisser Motive aus der Komödie Das Gefängnis von Roderich Benedix die Geschichte des Notars Dr. Falke ersonnen, der sich für einen Streich rächen will, den ihm sein Freund Gabriel von Eisenstein einst nach einem Faschingsball gespielt hatte. Am Ende der sich anschließenden Verwicklungen, die sich aus der erhitzten Stimmung auf einem Gesellschaftsabend des von schwerem ennui geplagten russischen Fürsten Orlofsky speisen, steht seitens des Ehepaares Eisenstein die Einsicht, dass man sich gegenseitig betrogen hat, gefolgt von einem flammenden Loblied auf die wundersamen Wirkungen des Champagners.

Koproduktion mit den Theatern Chemnitz

Szenenfotos "Die Fledermaus" | © Barbara Aumüller

 

Leitungsteam

Musikalische Leitung Lukas Beikircher
Inszenierung Ansgar Weigner
Bühne Dieter Richter
Kostüme Renate Schmitzer
Choreinstudierung André Weiss


Ensemble

Norbert Schmittberg / Jeffrey Treganza (Gabriel von Eisenstein), Maria Gessler / Anja Vincken (Rosalinde), John In Eichen / Thomas Mehnert (Frank), Elisabeth Hornung (Prinz Orlofsky), Mark Adler (Alfred), David Pichlmaier (Dr. Falke), Markus Durst / Jeffrey Treganza (Dr. Blind), Margaret Rose Koenn (Adele), Marie Smolka (Ida), Jean-Michel Räber / Walter Renneisen (Frosch)


Premiere

Premiere 14. November 2009 | Großes Haus