Katja Kabanowa

Leoš Janáček | Oper in drei Akten

Text von Leoš Janáček nach dem Schauspiel Gewitter von A. N. Ostrowsky | in deutscher Sprache

Schon Tschaikowsky hatte sich für das Theaterstück Gewitter von A. N. Ostrowsky als Opernvorlage interessiert, doch der Komponist Kaschperow war ihm zuvorgekommen. Janáčeks Vertonung von 1920/21 ist nahezu so erfolgreich wie seine Jenufa und ist seine empfindsamste Oper: Gegen Katjas Adagio stellt sich eine unerbittliche Acht-Ton-Folge der Pauken als Schicksalsmotiv, worin sich auch die harte Herrschaft der Kaufmannswitwe Marfa Kaban über Familie und Geschäft ausdrückt. Sie findet ihre junge Schwiegertochter Katja zu gefühlvoll, zu eigenwillig. Als Sohn Tichon verreist ist, trifft sich Katja heimlich mit dem jungen Boris unten an der Wolga. Wenige Tage später zieht ein schweres Gewitter auf; die Leute suchen Unterschlupf, auch die Kabanicha, auch Katja, die so geängstigt ist, dass sie vor allen ihren Ehebruch bekennt und hinausläuft ins Gewitter. Boris sucht und findet sie, um sich von ihr zu verabschieden: Er muss an die chinesische Grenze; Katja kann er nicht mitnehmen. Als er gegangen ist, stürzt sie sich in die Wolga. An ihrer Bahre klagt Tichon, während seine Mutter den Teilnehmenden kühl ihren Dank ausspricht.
Vorwiegend das Orchester trägt den musikalischen Ausdruck und macht hörbar, was die Personen denken und fühlen. Zu Recht wird das Werk eine „moderne sozialpsychologische Ballade“ genannt.

Koproduktion mit der GöteborgsOperan AB

Szenenfotos "Katja Kabanowa" | © Barbara Aumüller

Leitungsteam

Musikalische Leitung Martin Lukas Meister
Inszenierung John Dew
Bühne Heinz Balthes
Kostüme José-Manuel Vázquez
Choreinstudierung André Weiss

Ensemble

Andreas Daum (Sawjol Prokofjewitsch Dikoj), Norbert Schmittberg (Boris Grigorjewitsch), Sonja Borowski-Tudor (Marfa Ignatjewna Kaban), Andreas Wagner (Tichon Iwanytsch Kabanow), Susanne Serfling (Katherina), Lucian Krasznec (Wanja Kudrjasch), Viola Zimmermann (Barbara), Werner Volker Meyer (Kuligin), Margaret Rose Koenn (Glascha), Niina Keitel (Fekluscha), Barbara Haber (Eine Frau aus dem Volk)

Premiere

Premiere 27. September 2009 | Großes Haus