Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde des Staatstheaters Darmstadt,

Wer ist Wir?
Gehöre ich dazu? Will ich dazugehören?
Welche "Prüfungen" muss bestehen, wer aufgenommen werden will?
Wo gehört man durch Geburt dazu? Wo durch Eigenschaften? Wo durch Fähigkeiten? Wo durch Erkenntnisse? Wo durch Geld?
Wie bilden sich Gruppen und Gesellschaften? Wen schließen sie ein? Wen schließen sie aus? Was verbindet sie? Was verbindet uns? Unsere Neugier? Unsere Angst?

Im Theater kann jede und jeder dazugehören. Es braucht nur Neugier auf die Anderen. Dann können wir in den faszinierenden Menschenerfindungen der großen Kunstwerke erkennen, dass wir Menschen immer in Entwicklung sind und voller spannenderGeheimnisse. Wenn wir den Anderen fürchten, weil er fremd und rätselhaft ist, wird das Leben arm und finster. "O ewige Nacht! Wann wirst du schwinden? Wann wird das Licht mein Auge finden?" fragt Tamino in der "Zauberflöte". "Bald Jüngling, oder nie!" Und Papageno, der Vogelfänger, sagt uns wenig später,worauf es ankommt: "Wer viel wagt, gewinnt oft viel".
Ich danke Ihnen für Ihre Neugier und Ihre Treue, die uns ermutigen.
Wir freuen uns auf Sie!

Ihr Karsten Wiegand