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nach dem Roman von George Orwell

Über das Stück

Winston sitzt am Tisch. Er hört eine Stimme. Wessen Stimme? Seine eigene, die eines unsichtbaren Autors, eines Moderators, seines Über-Ichs. Die des Großen Bruders? Im nächsten Moment bevölkern weitere Figuren den Raum, in dem er sich befindet. Menschen, mit denen er arbeitet, Familienmitglieder, eine Liebe. Tauchen auf aus dem Nichts. Plötzlich befindet er sich in einem Restraunt, einem Büroflur, einer Arbeitskantine, einem Antiquariat, im Zimmer 101. Was ist in Zimmer 101? Alles scheint auf erstaunliche Weise ineinanderzugreifen. Immer ist jemand da, immer wird er beobachtet, immer weiß jemand, was zu tun ist, was zu lassen ist. Hat hier jemand die Fäden in der Hand? Wer ist die Stimme? Wer ist der Autor, wer ist der große Bruder? Schreibt hier jemand ein Programm? Was ist die Welt, in der er sich bewegt – oder bewegt er die Welt? Wird er manipuliert oder findet alles in seinem Kopf statt? Ist alles, was ist, da draußen oder taucht er im Lichtstrom einer Matrix? Oder in einer Schneekugel? 
"1984" stellt die Frage nach der Konstruktion von Realität. Wer erschafft sie? Wer macht die Regeln? Wie autonom ist in dieser Welt das Individuum? In der Bühnenfassung verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion, werden die Übergänge fließend zwischen dem eigenen Kopfraum, einem Außen und einem programmierten Raum. Oder ist Winston lediglich Gefangener einer subtilen Folter im Zimmer 101?
 

Termine & Tickets

Juni 2021

  • Kammerspiele
    Premiere

    1984

    nach dem Roman von George Orwell
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Besetzung

Leitungsteam


Regie
Jörg Wesemüller
Bühne und Kostüm
Jasna Bošnjak
Video
Erich Lesovsky
Dramaturgie