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in Kooperation mit Schüler-Komponisten Werkstatt

Über das Stück

Beethovens schrieb seine 6. Sinfonie, auch unter dem Titel „Pastorale“ bekannt, in den Jahren 1807 und 1808, also ziemlich gleichzeitig mit seiner 5. Sinfonie. Für uns stellt sie sich heute als das Bild einer Zeit dar, in der alles idyllisch erschien. Es ist sicher ein wenig zu romantisiert, wenn man sich den alten Beethoven vorstellt, wie er am Schreiberbach in einem Vorort von Wien sitzt und versucht die verschiedenen Vögel und Naturgeräusche sowie das „Murmeln des Baches“ musikalisch abzubilden. Beethoven beging keinesfalls neue Wege durch Schilderungen von Natur in der Musik. Auch früher hatten sich Komponisten Naturphänomene vorgenommen: Gewitter, Regen, rollende Wellen, murmelnde Flüsse und allerhand Tierlaute. Dazu kamen und Jagdszenen oder Schlachtengetümmel. Um 1760 sah man die Natur nicht mehr als gefährlich und feindlich an: nach den Ideen des französischen Philosophen Jean-Jacques Rousseau galten Ausflüge in die Natur als eine Art moralischer Selbsterziehung. Für Beethoven selbst war die Natur nicht aus moralischen sondern persönlichen Gründen wichtig. "Mein unglückseliges Gehör plagt mich hier nicht", schrieb er in einem Skizzenblatt im Jahr 1815.

Die „musikalische Malerei“ von früher ist heute selbstverständlich Titel in den Konzertprogrammen. Nicht nur das Klimaprojekt „Pastorale Project“ beschäftigt sich mit der Frage, was uns die Musik Beethovens vermitteln kann im Hinblick auf die heute Einstellung zur Umwelt und Klimapolitik. Diesem Thema stellt sich auch die Komponisten-Werkstatt der Bertha-von-Suttner-Schule aus Mörfelden Waldorf. Würden wir heute an der gleichen Stelle am Schreiberbach immer noch die gleichen Naturgeräusche wahrnehmen? Würden wir immer noch die Wachteln, Nachtigallen und das Murmeln des Baches hören oder wären diese feinen Geräusche überlagert von Fluglärm, knirschende Plastikflaschen und Baumfällarbeiten? Zunächst setzen sich die Schüler*innen intensiv mit der Sinfonie auseinander und überlegen gemeinsam mit ihrer Musiklehrerin Katharina Schirdewan, wie man die „bildreiche Musiksprache“ optisch darstellen kann. Vielen Ideen werden in den kreativen Köpfen gesponnen, und mit Christian Schruff, dem Moderator des Konzertes, entsteht nach und nach ein roter Faden, den die junge Zuhörer*innen im 3. Familien- bzw. Schulkonzert. zu hören und zu sehen bekommen.

Termine & Tickets

März 2020

  • Kleines Haus

    Familien- und Schulkonzert: Pastorale

    in Kooperation mit Schüler-Komponisten Werkstatt

    14,00 €

  • Kleines Haus

    Familien- und Schulkonzert: Pastorale

    in Kooperation mit Schüler-Komponisten Werkstatt

    6,00 €