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CLOSER WITH CONSENT: Ausruhen/Rest

Ausruhen. Regenerieren. Allem Druck, Tun, weiter durchziehen und häufig normalisierten Grenzen überschreiten zum Trotz.
Als Akt der Selbstfürsorge. Als Anerkennung der eigenen Grenzen. Als anti-ableistische Handlung. Als soziale, politische Handlung. Als Raum, der sich öffnet um sich wahrzunehmen und zu verbinden: mit dem eigenen Körper, den eigenen Gedanken. Und um auszusteigen aus bisherigen Strukturen.
In ihrer Residenz fragt sich die Tänzerin, Tanzpädagogin und Intimacy Choreografin Hannah Dewor wie sich unterschiedliche Weisen, sich auszuruhen künstlerisch ausdrücken können und wie sich diese mit den Tools von Selbstregulation und der Intimacy Choreography* (auf Zustimmung basierenden und trauma-informierten Arbeitsmethoden) im Tanz verbinden lassen.
Für ihre Recherche holt sich Hannah Sitzsäcke als Verbündete mit ins Studio und lädt Kolleg.innen aus der lokalen Tanz- und Kulturszene ein. Diese bringen durch ihre tanzkulturellen und persönlichen Erfahrungen - u.a. geprägt von chronischer Erkrankung, Behinderung oder PTSD - ihre Perspektive und Zugriff auf das Ausruhen mit.  Gemeinsam entwickelt das Residenzteam mit den Sitzsäcken Scores, Choreografien und Texte zu ihrer Form der Erholung oder Regulation.

Die künstlerische Recherche fließt in Hannahs Projekt CLOSER WITH CONSENT - Intimacy Choreography im Tanz ein.

*Was ist Intimacy Choreography?

Intimitätschoreografie, meist wird Intimacy Choreography als Begriff verwendet, führt zustimmungsbasierte und traumainformierte Methoden und Tools in Produktionen und Bildungsprogrammen der darstellenden Künste ein. Intimitätschoreograf:innen sind dafür verantwortlich, Szenen mit simulierter Intimität, Sex oder sexueller Gewalt zu koordinieren und zu choreografieren. Durch die Kombination von auf Zustimmung basierenden Methoden mit künstlerischer Praxis tragen Intimitätschoreograf:innen dazu bei, das Risiko von Machtmissbrauch zu verringern, Arbeitsschutzmaßnahmen als integralen Bestandteil des künstlerischen Prozesses zu berücksichtigen und künstlerische Innovation im Bereich der darstellenden Künste zu ermöglichen. Die Rolle der Intimitätschoreografie für den Tanz ist besonders wichtig, da unsere Tanzpraxis in vielen Kontexten auf tatsächlicher Berührung und Körperkontakt basiert und nicht auf der Simulation von Nähe und Intimität. Tänzer:innen, verantwortlich und angewiesen auf ihre Körper müssen mit ihren Grenzen respektiert und ihrem Handwerk bestärkt werden. Die Tools der Intimitätschoreografie ermöglichen es Tänzer:innen, ihre Grenzen zu setzen und zu kommunizieren und innerhalb dieser zu gestalten.

CLOSER WITH CONSENT - für Tanzinteressierte
Workshop zu Intimacy Choreography
Zustimmungsbasierte und traumainformierte Prozesse in der Tanzpraxis

In diesem Workshop kannst du erleben, wie über Dialoge in Wort und Bewegung die eigenen Grenzen kommuniziert und Zustimmung ausgehandelt werden kann. Im Workshop verflechten sich Tools aus der Consent-Kultur und Intimacy Choreography mit der zeitgenössischen Tanzpraxis. Du hast durch die tänzerischen und performativen Explorationen die Möglichkeit eigene Erwartungen, Reaktionsmuster zu reflektieren, mit mehr Sensibilität zu tanzen und durch eine konkrete Praxis dazu beizutragen, dass wir uns alle in einem sichereren Raum bewegen.
Du kannst während des Workshops jederzeit Pausen einlegen und/oder den Raum verlassen, ein Rückzugsort steht zur Verfügung. Eine Assistenzperson unterstützt gerne individuell während des Workshops.

Weitere Informationen vorab für alle Teilnehmenden gibt es hier (3,10 MB, pdf)


Unterstützt im Rahmen von Next Steps, ein Programm von Bureau Ritter zur Stärkung der Tanzschaffenden in Hessen. Gefördert von der Crespo Foundation.
 
 
   
 
 

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