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Lingual von Bernd Alois Zimmermann für Sprecher, Sopran- und Bariton-Solo, drei Chöre, elektronische Klänge, Orchester, Jazz-Combo und Orgel nach Texten verschiedener Dichter, Berichten und Reportagen

Über das Stück

„Weh dem, der allein ist“ (Der Prediger Salomo 4,10). Mit jenem Bibelvers schließt Bernd Alois Zimmermanns letzte Komposition. Sein 1969 entstandenes, monumentales „Requiem für einen jungen Dichter“ wirft einen Blick auf politische Strömungen und Machtstrukturen in der Zeitspanne von 1918 bis 1969. Mit einem gigantischen Aufgebot von vier Chören, Orchester, Jazzband, Orgel sowie Sopran, Bariton und zwei Sprechern findet Zimmermann einen einzigartigen musikalischen Ausdruck für die bange Frage nach der Zukunft angesichts Unterdrückung und wiederkehrenden Kriegen. Mittels Einspielungen von Tonbandaufnahmen der Stimmen von Adolf Hitler, Josef Stalin oder Winston Churchill bietet jenes Werk eine konkrete Verortung in der europäischen Vergangenheit und verweist gleichzeitig auf aktuelle politische Missstände. Mithilfe der Mitwirkung weiterer Chöre aus der Region erinnert das Staatstheater Darmstadt an jenen Teilnehmer der Darmstädter Ferienkurse, der sich 1970 im Alter von 52 Jahren das Leben nahm.

Drei Fragen an Karsten Wiegand

Im „Requiem für einen jungen Dichter“ vereint Bernd Alois Zimmermann Chöre, Solisten, Orchester und viele historische Tondokumente als Lingual zusammen. Was reizt Sie als Regisseur an dieser Form?
Die dichte Collage von Bernd Alois Zimmermann macht ein halbes Jahrhundert aus Kampf, Krieg, Mord und Vernichtung gleichzeitig beklemmend präsent. Mich reizt es, eine Aufführungssituation zu schaffen, die dies besonders erlebbar werden lässt.

Der Abend wird durch einen neuen zweiten Teil ergänzt. Welchen Bezug nimmt diese Uraufführung zu der Thematik „Die Kugelgestalt der Zeit“ von Zimmermann?
Die Kugelgestalt der Zeit enthält im „Requiem“ ein Kontinuum des Schreckens als ewige Gegenwart. Der neue Teil könnte einen Raum öffnen für andere Entwürfe von Erzählungen, einen Raum, in dem auf den Lärm der Gewalt nicht der Schrei nach Frieden antwortet, sondern etwas Neues beginnen kann.

Unser Spielzeitmotto ist „Abschied von den Helden“. Welchen Bezug gibt es für Sie beim „Requiem für einen jungen Dichter“?
Die Helden bekämpfen immer aufs Neue andere, die auch von Helden angeführt werden. Der ungeheuerliche, verzweifelte Ruf nach Frieden ist ein Schrei an Gott. Wie beginnt das Neue?

Termine & Tickets

Mai 2020

  • Großes Haus
    Premiere

    Requiem für einen jungen Dichter und eine Uraufführung

    Lingual von Bernd Alois Zimmermann für Sprecher, Sopran- und Bariton-Solo, drei Chöre, elektronische Klänge, Orchester, Jazz-Combo und Orgel nach Texten verschiedener Dichter, Berichten und Reportagen

    12,50 € bis 57,50 €

  • Großes Haus

    Requiem für einen jungen Dichter und eine Uraufführung

    Lingual von Bernd Alois Zimmermann für Sprecher, Sopran- und Bariton-Solo, drei Chöre, elektronische Klänge, Orchester, Jazz-Combo und Orgel nach Texten verschiedener Dichter, Berichten und Reportagen

    12,50 € bis 57,50 €

  • Großes Haus

    Requiem für einen jungen Dichter und eine Uraufführung

    Lingual von Bernd Alois Zimmermann für Sprecher, Sopran- und Bariton-Solo, drei Chöre, elektronische Klänge, Orchester, Jazz-Combo und Orgel nach Texten verschiedener Dichter, Berichten und Reportagen

    11,00 € bis 49,00 €

Juni 2020

  • Großes Haus

    Requiem für einen jungen Dichter und eine Uraufführung

    Lingual von Bernd Alois Zimmermann für Sprecher, Sopran- und Bariton-Solo, drei Chöre, elektronische Klänge, Orchester, Jazz-Combo und Orgel nach Texten verschiedener Dichter, Berichten und Reportagen

    11,00 € bis 49,00 €

  • Großes Haus

    Requiem für einen jungen Dichter und eine Uraufführung

    Lingual von Bernd Alois Zimmermann für Sprecher, Sopran- und Bariton-Solo, drei Chöre, elektronische Klänge, Orchester, Jazz-Combo und Orgel nach Texten verschiedener Dichter, Berichten und Reportagen

    12,50 € bis 57,50 €

  • Großes Haus

    Requiem für einen jungen Dichter und eine Uraufführung

    Lingual von Bernd Alois Zimmermann für Sprecher, Sopran- und Bariton-Solo, drei Chöre, elektronische Klänge, Orchester, Jazz-Combo und Orgel nach Texten verschiedener Dichter, Berichten und Reportagen

    12,50 € bis 57,50 €

Besetzung

Leitungsteam


Regie