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Über das Stück

Eugène Ysaye Trio „Les Londres“ für zwei Violinen und Viola                    
Elliott Carter „Esprit Rude/Esprit Doux“ für Flöte und Klarinette            
Charles Ives Klaviertrio                                    
Cesar Franck Klavierquintett f-Moll

FLÖTE Richard Schwarz
KLARINETTE Michael Schmidt
VIOLINE Megan Chapelas, Almuth Luick, Sarah Müller-Feser, Wilken Ranck, Makiko Sano
VIOLA Ari Kanemaki, Klaus Opitz
VIOLONCELLO Yotam Baruch, Michael Veit
KLAVIER Jan Croonenbroeck, Wiltrud Veit
 

Das 3. Konzert in der Kammermusikreihe der Staatsorchestermusiker hat gewissermaßen einen belgischen Rahmen mit US-amerikanischer Füllung! Zum Auftakt erklingt das Trio „Les Londres“ des belgischen Komponisten, Dirigenten und Geigers Eugène Ysaÿe (1858-1931), der als einer der großen Virtuosen seiner Zeit galt und etwa von César Franck, Claude Debussy, Camille Saint-Saëns und Edward Elgar mit Werken bedacht wurde. In seinem eigenen Komponieren konzentrierte sich Ysaÿe auf sein Instrument, er schrieb einige Stücke für Violine und Orchester und in der Hauptsache kleinbesetzte kammermusikalische Werke. Sein Trio „Le Londres" war ursprünglich eine Sonate für zwei Violinen für sich und seine Schülerin, Königin Elisabeth von Belgien. Da das Stück jedoch technisch zu anspruchsvoll war, arbeitete Ysaÿe es zu einem Trio für 2 Violinen und Viola um – ohne ihm jedoch etwas von seiner sprühenden Virtuosität zu nehmen.

Elliott Carter gilt neben Aaron Copland, Samuel Barber und Leornard Bernstein als einer der bedeutendsten amerikanischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Zum 60. Geburtstag des Komponisten und Dirigenten Pierre Boulez schrieb Carter 1985 sein Duo für Flöte und Klarinette „Esprit Rude/Esprit Doux“, das eine subtile Charakterstudie seines Freundes ist: „Er kann ziemlich heftig und reizbar sein, aber sich auch sehr für Dinge engagieren, an die er glaubt. Dann kommt diese so oft gezeigte zarte, liebenswürdige und hilfsbereite Seite seiner Persönlichkeit zum Vorschein“.

Um dem jungen Elliott Carter ein Studium an der Harvard University zu ermöglichen, verfasste sein Lehrer Charles Ives ein Empfehlungsschreiben: Er hat ein instinktives Interesse an Literatur und besonders an Musik, die etwas ungewöhnlich ist. Mit ungewöhnlicher Musik kannte sich Ives bestens aus, galt er doch bereits um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert als das enfant terrible der amerikanischen Musik, indem er munter alle tradierten kompositionstechnischen Konventionen über den Haufen warf. In seinem 1904 begonnenen und erst 1911 fertiggestellten Klaviertrio reflektiert Ives mit viel Können und Schalk seine Studienzeit an der Yale University, lässt Studentenlieder aufblitzen, parodiert die Professoren und den hehren Ernst der universitären Feierlichlichkeiten.

Beim Hören von César Francks monumentalem Klavierquintetts möchte man fragen: Ist das noch Kammermusik oder schon Sinfonie? Franz Liszt war von der Wucht des 1878/79 entstandenen Werkes regelrecht erschüttert. Widmungsträger des Quintetts ist Francks Komponistenkollege Camille Saint-Saëns, der diese Zueignung (zunächst) nicht zu schätzen wusste. Ob er die Ausbrüche wildester Leidenschaft im Wechsel mit zarter Innigkeit und dass intensive harmonische Changieren nicht goutierte oder gar eifersüchtig auf Francks Werk war, ist nicht überliefert, kalt lässt dieses Quintett, das Francks Schüler Charles Tournemire bewundernd als „König der Klavierquintette“ bezeichnete, jedenfalls niemanden.

Termine & Tickets

Dezember 2020

  • Foyer Großes Haus

    Soli fan tutti - 3. Konzert

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