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Über das Stück

Ferdinand Ries Klaviertrio Nr. 1 c-Moll op. 143                            
Bohuslav Martinů Musique de Chambre Nr. 1                
Béla Bartók „Kontraste“ für Klarinette, Violine und Klavier                    
Ludwig van Beethoven Streichquartett Nr. 4 c-Moll op. 18 Nr. 4    
                    
KLARINETTE Philipp Bruns, David Wolf
VIOLINE Megan Chapelas, Julian Fahrner, Almuth Luick, Antje Reichert
VIOLA Hanna Breuer
VIOLONCELLO Friederike Eisenberg, Sabine Schlesier
HARFE Marianne Bouillot
KLAVIER Joachim Enders, Sabine Simon

In seiner Jugend erhielt Ludwig van Beethoven Violinunterricht bei dem Bonner Hofgeiger Franz Anton Ries; dessen Sohn Ferdinand ging 1803 nach Wien, um bei dem mittlerweile berühmten Beethoven Unterricht zu erhalten – so schließt sich der Kreis. Ries junior entwuchs jedoch recht schnell seiner Position als Schüler und Gehilfe Beethovens und machte als Pianist und Komponist ganz eigener Couleur auf sich aufmerksam. Rund 300 Werke sind von Ferdinand Ries überliefert, ungefähr ein Drittel davon ist Kammermusik. Das c-Moll Klaviertrio op. 143 schrieb er 1826, ein Jahr später erschien es im Druck. Ries selbst muss das Werk sehr geschätzt haben, die Widmung im Erstdruck an die Gattin des Dresdner Hoftheaterintendanten legt die Vermutung nahe, dass er in diesem Stück eine geeignete künstlerische Kostprobe bei der Bewerbung um die Nachfolge Carl Maria von Webers als Dresdner Hofkapellmeister sah. Auch Ries Zeitgenossen schätzten dieses Trio außerordentlich, lobten die gute Verteilung der Solos, die feurige Brillanz und sahen darin ein „phantasiereiches charaktervolles Gemälde“.

Der Komponist Bohuslav Martinů gilt in der tschechischen Musik als der Mittler zwischen der Tradition von Dvorak, Smetana und Janacek und den neuen Strömungen des 20. Jahrhunderts. Der talentierte Sohn eines Schusters wurde mit finanzieller Unterstützung der Einwohner seines Städtchens nach Prag geschickt, wo er Violine, Orgel und Komposition studierte. Entscheidende Prägung erhielt er ab 1923 in Paris durch die Einflüsse der “Groupe de Six” und die neoklasssischen Werke Igor Strawinskys. Das von Martinů unter dem Eindruck dieser Einflüsse vertretende Ideal einer “Kammermusik mit symphonischem Anstrich” wirkte bis in seine 1959 komponierte „Musique de Chambre Nr. 1” nach, in der er mit der Besetzung von Klavierquartett, Harfe und Klarinette und einem kunstvollen Mix von Elementen tschechischer Volksmusik mit neobarocken und schräg angehauchten Klängen ein faszinierendes Atmosphärenstück schuf.

1940 floh Martinů vor den Nazis aus Paris und emigrierte in die USA, im selben Jahr verließ auch Belá Bartók Europa. Zwei Jahre vor seiner Emigration in die USA, erhielt er durch Vermittlung des Geigers Joseph Szigeti einen Kompositionsauftrag vom „King of Swing“ Benny Goodman. Das Ergebnis dieses Auftrags sind die Kontraste für Klarinette, Violine und Klavier, ein dreisätziges Werk, in dem Bartók in für ihn personaltypischer Manier Elemente der ungarischen und rumänischen Volksmusik einbindet.

Um die Wende zum 19. Jahrhundert erreichte das klassische Streichquartett einen ersten Höhepunkt seiner jungen Geschichte. Die Messlatte war durch Wolfgang Amadeus Mozart und Jospeh Haydn enorm hoch gehängt worden, und so feilte Ludwig van Beethoven zwei Jahre lang intensiv an seinen ersten Streichquartetten, bevor er 1801 mit diesem Opus 18 an die Öffentlichkeit trat. Die Mühe hatte sich gelohnt, nicht nur gelang es ihm, das Erbe der beiden Vorbilder fortzuführen, er bahnte der Gattung auch experimentierend neue Wege und setzte Maßstäbe für für alle ihm nachfolgenden Quartettkomponisten.

Termine & Tickets

Januar 2021

  • Kleines Haus

    Soli fan tutti - 4. Konzert

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