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Über das Stück

Maurice Ravel Sonate für Violine und Violoncello                
Dick Kattenberg Quartett für Flöte, Violine, Violoncello und Klavier        
Claudio Monteverdi / Leonardo Martinelli Charons Gesänge für Bass, Bassklarinette, Viola, Kontrabass und Marimba                
Nikolai Rimski-Korsakow Streichsextett A-Dur            
Dmitri Schostakowitsch Suite für Jazzorchester Nr. 1  

BASS Thomas Mehnert
FLÖTE Sabine Willand
KLARINETTE David Wolf
BASSKLARINETTE Felix Welz
SAXOPHON Moritz Thiele, Norman Weidmann
TROMPETE Manfred Bockschweiger, Marina Fixle
POSAUNE Markus Wagemann
VIOLINE Megan Chapelas, Heri Kang, Almuth Luick, Sarah Müller-Feser, Horst Willand
VIOLA Anja Beck, Klaus Opitz, Barbara Walz
VIOLONCELLO Albrecht Fiedler, Sabine Schlesier, Michael Veit
KONTRABASS Balász Orbán, Nerea Rodriguez
KLAVIER Jan Croonenbroeck, Wiltrud Veit
GITARRE Christoph Stadler
SCHLAGZEUG & MARIMBA Matthäus Pircher

Im Dezember 1920 veröffentlichte die Zeitschrift „Revue Musicale“ eine Sonderausgabe, die ganz dem zwei Jahre zuvor verstorbenen Claude Debussy gewidmet war. Viele namhafte französische Komponisten steuerten Beiträge zu diesem Sonderheft bei und erwiesen Debussy so ihre Reverenz. Maurice Ravel komponierte zu diesem Anlass ein kurzes Duo für Violine und Violoncello, das er zwei Jahre später zu einer viersätzigen Sonate erweiterte. Irisierende Klänge, die als so typisch für Ravels Musik gelten, sucht man hier vergebens, Ravel frappierte seine Hörer hier durch schrille Dissonanzen, knallende Pizzicati und gewitzte Verspieltheit.

Der Komponist Dick Kattenburg wäre uns heute vielleicht ebenso bekannt wie seine Altersgenossen Leonard Bernstein, Pierre Boulez oder Benjamin Britten, wenn er nicht mit erst 24 Jahren ein Opfer der Judenverfolgung der Nazis geworden wäre. Nachdem 2004 auf einem Dachboden der kompositorische Nachlass des gebürtigen Niederländers Kattenburg entdeckt wurde, wird nun mit 70 Jahren Verspätung deutlich, was für ein großes Talent er war. Besonders beeindruckend ist das 1939/40 entstandene dreisätzige Quartett für Flöte, Violine, Violoncello und Klavier des 19-jährigen, das in der geschickten Verwendung von klassischen Formen und Elementen des Jazz Kattenburgs ganz eigene Musiksprache zeigt.

Über 400 Jahre alt ist Claudio Monteverdis Musik zur Orpheus-Sage und fasziniert uns immer noch, seien es die arkadischen Gesänge des Orpheus oder die dröhnenden, „infernalischen“ Klänge, die ihm bei seinem Gang in die Unterwelt entgegenschallen. Der brasilianische Komponist Leonardo Martinelli hat die Begleitung zu den Gesängen des Schiffers Charon, der Orpheus ins Totenreich übersetzt, für heute gebräuchliche Instrumente bearbeitet und der Musik so ein neues Klanggewand verpasst.

Nikolai Rimsky-Korsakows Name ist nach wie vor vor allem mit der sinfonischen Dichtung "Sheherazade" und dem "Hummelflug" aus seiner Oper "Das Märchen vom Zaren Saltan" verbunden. Tatsächlich erlangte Rimsky-Korsakow seinerzeit vor allem mit Opern und sinfonischen Werken Berühmtheit, lediglich sechs Kammermusikwerke stehen seinen 15 Opern, einem guten Dutzend Orchesterstücken und einer handvoll Solokonzerten gegenüber. Gleichwohl wusste er souverän für die kleine Form zu schreiben; Rimsky-Korsakows Streichsextett A-Dur entstand 1876 für einen Wettbewerb und erhielt dort eine „ehrende Erwähnung“. In einer fünfsätzigen Anlage mit tänzerischen Elemente, mitreißenden Themen und einem orchestralen Klangbild schuf Rimsky-Korsakow hier eine geniale Symbiose von Sinfonie und Kammermusik.

Jazz, Jass, Jatz, джаз - ab den 1920er Jahren war die Welt dem Jazz erlegen, der aus Amerika auf die anderen Kontinente schwappte. Nicht alle waren davon begeistert, insbesondere in der jungen Sowjetunion verachtete die Obrigkeit diese "verruchte", Musik als dekadent. Doch da sie nun in der Welt war, musste man mit ihr leben, und so gründeten die sowjetischen Kulturbehörden eine staatliche Jazz-Kommission. Diese war es, die dem jungen und erfolgreichen Komponisten Dmitri Schostakowitsch den Auftrag zur Komposition seiner Jazz-Suite gab. Sie klingt nur sehr entfernt wie die Stücke der amerikanischen Jazzer, doch schuf Schostakowitsch hier eine wunderbare und gewitzte Miniatur, die heute - nicht zuletzt durch die Verwendung der Musik in Stanley Kubricks Film "Eyes wide shut" (1999) als eines seiner bekanntesten Werke überhaupt gelten kann .

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März 2021

  • Foyer Großes Haus

    Soli fan tutti - 5. Konzert

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