Ein Interview mit George Orwell

Widerstand und Hoffnung in einer dystopischen Welt

Interview mit George Orwell und der Dramaturgin Céline Bartholomaeus/ChatGPT

Céline Bartholomaeus: Herr Orwell, wie geht es Ihnen hinsichtlich der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen?

George Orwell: Als fiktive Persönlichkeit kann ich keine eigene Meinung zu den gesellschaftlichen Entwicklungen im Jahr 2023 haben. Jedoch kann ich als Autor von „1984“ sagen, dass mein Werk eine Warnung vor totalitären Regimen und einem übermäßigen Machtmissbrauch durch Regierungen war. Ich glaube, dass die Wachsamkeit der Bürger gegenüber ihren Regierungen von entscheidender Bedeutung ist, um sicherzustellen, dass ihre Freiheiten und Rechte respektiert werden.

Was begegnet den Lesenden in einem hypothetischen Roman, den Sie heute für das Jahr 2059 schreiben würden?

George Orwell: Es ist wichtig, sich bewusst zu bleiben, dass es in einer Demokratie immer wichtig ist, dass Bürgerinnen und Bürger aktiv an der Gestaltung ihrer Gesellschaft mitwirken und sich für die Wahrung ihrer Freiheiten und Rechte einsetzen. Ein zukünftiger Roman könnte sich mit der Bedrohung der Privatsphäre durch die zunehmende Vernetzung von Geräten im Internet der Dinge beschäftigen.

Wie können Bürger*innen sich engagieren? Gibt es Beispiele dafür aus „1984“?

George Orwell: Im Roman gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie die Protagonisten Julia und Winston sich für ihre Freiheiten und Rechte einsetzen. Sie beginnen damit, ihre Gedanken und Gefühle im Geheimen auszudrücken, da sie sich nicht öffentlich äußern können. In der heutigen Zeit können wir uns politisch engagieren, indem wir an Wahlen und Protestaktionen teilnehmen oder Petitionen unterzeichnen. Auch das Teilen von Informationen und Aufklären anderer über die Bedrohung der Freiheit und Demokratie kann ein wichtiger Beitrag sein.

Wir inszenieren „1984“ am Staatstheater Darmstadt mit einem heutigen Blick. Was geben Sie uns als Produktionsteam mit auf den Weg?

George Orwell: Für mich als Autor ist es besonders wichtig, dass das zentrale Thema der Kontrolle und Unterdrückung durch eine totalitäre Regierung und deren Auswirkungen auf die Freiheit und das Individuum deutlich zum Ausdruck kommt. Dieses dystopische Element ist der Kern der Geschichte und sollte in der Inszenierung nicht verloren gehen. Außerdem sollten die Charaktere und ihre individuellen Perspektiven und Motivationen betont werden. Der Protagonist Winston Smith und seine Beziehung zu Julia sowie der antagonistische Charakter von Big Brother sind zentrale Elemente, die nicht fehlen dürfen. Zusätzlich ist es wichtig, dass die Inszenierung nicht nur düster und hoffnungslos wirkt, sondern auch eine Botschaft von Widerstand vermittelt. Die Charaktere sollten sich trotz aller Widrigkeiten für ihre Freiheit und Würde einsetzen und dem Publikum zeigen, dass selbst in einer dystopischen Welt Widerstand und Hoffnung möglich sind.

Vielen Dank für das Interview, wir freuen uns auf Sie am 16.9.2023 zur Premiere von „1984“!

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