René Pollesch übersetzt Joe Orton

Nach dem absurden Chaos in „Was der Butler sah“ und den bitterbösen Abgründen von „Seid nett zu Mr. Sloane“ folgt nun das Finale der Joe-Orton-Trilogie: „Beute“.

Nachdem die Stücke zuvor die Institution der Psychiatrie und die bürgerliche Familie seziert haben, knöpft sich Orton im großen Finale „Beute“ die Tabus von Tod, Religion und Staatsgewalt vor. Es ist eine tiefschwarze, temporeiche Farce: Ein frisch geraubtes Vermögen muss versteckt werden – ausgerechnet im Sarg der gerade erst verstorbenen Mutter. Als dann noch ein völlig skrupelloser, korrupter Polizeiinspektor die Ermittlungen übernimmt, gerät das moralische Gefüge endgültig aus den Fugen.

Ortons Satire wirkt bis heute verstörend aktuell: In der Welt von „Beute“ gewinnen die Kriminellen, während die Ehrlichen verlieren. Wer sich an die Regeln hält, landet im Gefängnis, wer sie bricht, kommt davon. So stellt das Stück eine unbequeme Frage: Wenn ein System Ungerechtigkeit belohnt, sind dann die Regelbrecher wirklich die Schuldigen – oder die Einzigen, die vielleicht verstanden haben, wie das Spiel funktioniert?


BEUTE (Loot) 
eine Farce von Joe Orton / Deutsch von René Pollesch / empfohlen ab 14 Jahren
REGIE Katharina Stoll
BÜHNE Wicke Naujoks
MUSIK David Friedman
DRAMATURGIE Marlon Tarnow

Premiere am 28. August, 20:00 Uhr | Kammerspiele
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