2024-2025

Liebe Besucherinnen und Besucher,

in einer der mythischen Erzählungen der jüdischen Kabbala zerbricht bei der Schöpfung unserer Welt das Gefäß mit dem göttlichen Licht. Ein Teil der  Scherben sinkt in die materielle Welt hinab. Die Welt ist voller Mängel. Aber die Menschen können das Licht in den Scherben suchen. In dieser Geschichte wird Hoffnung ganz konkret: In kleineren und größeren Schritten und Taten versuchen, etwas zu verbessern. Das Licht in den Scherben suchen.

WORAUF HOFFEN?

Diese Frage ist der rote Faden der Spielzeit 2024 / 25 am Staatstheater Darmstadt. Der Dichter Konrad Bayer stellt diese Frage in „Requiem für einen jungen Dichter“ und beantwortet sie hoffnungslos. Am Ende des „Requiems“ aber singen mehrere Chöre laut und eindringlich: Dona nobis pacem. Orpheus singt nach dem Tod seiner Braut Eurydike so herzbewegend, dass er ins Totenreich eingelassen wird für einen Versuch, Eurydike ins Leben zurückzuholen. Tolstoi und Heiner Müller verhandeln große historische Umbrüche. Wozzeck hofft auf ein besseres Leben, auf ein Leben ohne Armut und andauernde Demütigung.

Kriege, Klimawandel, globale Krisen, Migration, soziale Ungleichheit, Inflation und die Nachwirkungen von Corona stellen Gewissheiten und Weltvertrauen infrage. Populismus, unerbittliche Debatten, in denen viele nur noch die eigene Wahrheit zu sehen vermögen, haben zu einer erschreckenden
Polarisierung der Gesellschaft und einem starken Vertrauensverlust in Politik, Medien und öffentliche Institutionen geführt. Worauf hoffen?

Sie werden in unserem Spielplan der nächsten Spielzeit vielen Formen der Hoffnung begegnen und vielen konkreten Antworten auf die Frage Worauf hoffen? Wann ist Hoffnung gefährlich, weil sie passiv macht und auf bessere Zeiten hoffen lässt? Wie führt eine konkrete Hoffnung ins Tun?
Welche Tat macht einen Unterschied? Wir sind sehr froh, dass Sie in der laufenden Spielzeit 2023 / 24 so oft zu uns ins Staatstheater Darmstadt kommen, dass so viele Aufführungen voll und ausverkauft sind, zu Diskussion anregen und zu Begegnung. Dass für Sie die Kunst so wichtig ist in dieser Zeit, macht uns Hoffnung.


Wir freuen uns auf Sie!


Herzliche Grüße,

Ihr Karsten Wiegand
Intendant des Staatstheaters Darmstadt

Spielzeitheft 24-25 zum Download