Infos

Über das Stück

Liederabend

Robert Schumann Lieder op. 90
Lied eines Schmiedes (Lenau) , Meine Rose (Lenau), Kommen und Scheiden (Lenau), Die Sennin (Lenau) Einsamkeit (Lenau), Der schwere Abend (Lenau)  Requiem (Altkatholisches Gedicht)

György Kurtág Hölderlin Gesänge op. 35a
An... , Im Walde/ Gestalt und Geist / An Zimmern / Der Spaziergang
Paul Celan: Tübingen, Jänner/

Edvard Grieg Sechs deutsche Lieder op. 48
Gruß (Heine) / Dereinst, Gedanke mein (Geibel) / Lauf der Welt (Uhland)
Die verschwiegene Nachtigall (von der Vogelweide)/ Zur Rosenzeit (Goethe)
Ein Traum (Bodenstedt)

Gustav Mahler                  
Aus! Aus! (Des Knaben Wunderhorn) / Zu Straßburg auf der Schanz (Des Knaben Wunderhorn)
Revelge (Des Knaben Wunderhorn) / Nicht wiedersehen (Des Knaben Wunderhorn)

Erich Wolfgang Korngold
Liebesbriefchen (Honoch) op. 9/4

Lieder aus Terezín/Theresienstadt

Anonymus Terezín song (Anonymus)

Ilse Weber Ade Kamerad (Weber) / Ich wandre durch Theresienstadt (Weber)

Adolf Strauss Ich weiß bestimmt, ich werd dich wiedersehn (Hift)

Ilse Weber Ich wandre durch Theresienstadt (Weber) / Wiegala (Weber)

Gustav Mahler Urlicht (Des Knaben Wunderhorn)

Es gibt es tatsächlich noch, das Konzert ganz ohne Beethoven! Der Bariton Benjamin Appl präsentiert gemeinsam mit dem Pianisten Simon Lepper Werke von Schumann, Kurtàg, Mahler, Grieg und Korngold sowie eine Reihe von Liedern jüdischer Komponisten, die in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten ums Leben kamen.

Robert Schumann erlebte 1840 sein „Liederjahr“, in dem er über die Hälfte seiner Lieder schrieb. Nach einer mehrjährigen Pause zugunsten von Kammermusik und sinfonischen Werken kehrte er Ende der 1840er Jahre verstärkt zum Lied zurück und vertonte 1849 als sein op. 90 sechs Gedichte von Nikolaus Lenau. Da Schumann irrtümlich meinte, der Dichter wäre kurz zuvor verstorben, ließ er den sechs Liedern noch ein Requiem folgen.

Die „Abwesenheit“ von Beethoven ist eine gute Gelegenheit, um einem anderen großen Jubilar zu seinem 250. Geburtstag zu gratulieren: Friedrich Hölderlin. Der ungarische Komponist György Kurtág, Jahrgang 1926, schrieb zwischen 1993 und 1996 seine sechs Hölderlin-Gesänge für Bariton op. 35 a, in denen er neben Gedichten von Friedrich Hölderlin auch Lyrik von Paul Celan vertonte.

Auch wenn Edvard Grieg heute vor allem für sein Klavierkonzert und die „Peer Gynt“-Suiten bekannt ist, so gründete sein Ruhm zu seinen Lebzeiten doch auf seine Klavierwerke und sein Liedschaffen. Etwa 160 Lieder mit Klavierbegleitung schrieb er, die meisten davon für seine Frau, die Sängerin Nina Hagerup-Grieg. Seinem Ruhm als norwegischer Nationalkomponist wurde Grieg vielfach gerecht, gleichwohl sah er selbst sich als Kosmopolit, wie er in seinen Sechs Deutschen Liedern op. 48 auf Texte unter anderem von Heine, Goethe und Uhland unter Beweis zu stellen hoffte.

Das Liedschaffen von Gustav Mahler ist recht schmal, doch haben die wenigen Lieder von ihm große Bekanntheit erlangt. Seine wohl bedeutendsten Beiträge zur Gattung sind wohl die Vertonungen von Texten aus der Sammlung „Des Knaben Wunderhorn“, deren stilistische Bandbreite ihm Gelegenheit bot, seinen klanglichen Ideenreichtum zu präsentieren.

Erich Wolfgang Korngold galt im Europa des angehenden 20. Jahrhunderts als einer der wichtigsten Opernkomponisten, nach seiner Emigration in die USA 1934 erlangte er große Bekanntheit als Komponist von Filmmusiken. Zwischen Opern und Filmen spielte jedoch die Liedkomposition immer eine wichtige Rolle - bereits das „Liebesbriefchen“ des 16-jährigen präsentiert eine wundersame Reife und Vollkommenheit.

Es ist als großes Glück zu sehen, dass Korngold so früh durch seine Filmengagements Europa verließ. Ilse Weber und Adolf Strauß, jüdische Künstler wie Korngold, blieben ihn ihrer Heimat, was ihnen zum Verhängnis wurde. Nach einer Zwischenstation im Konzentrationslager Theresienstadt, wo 1944 die heute aufgeführten Lieder entstanden, wurden sie nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Der Bariton Benjamin Appl gilt als „Spitzenreiter einer neuen Generation von Liedersängern“, so das britische Magazine „Gramophone“. Seine Liederabende, Konzerte und Opernauftritte werden gleichermaßen von Publikum und Kritik gefeiert. Gelegenheit dazu bot er bislang etwa in Konzertsälen wie der New Yorker Carnegie Hall, dem Concertgebouw Amsterdam, dem Wiener Konzerthaus, der Philharmonie Paris, dem Barbican Centre London oder den bedeutenden Sälen in Hamburg, Dortmund, Kölner und Baden-Baden sowie auf den Opernbühnen von Aldeburgh, Brighton, München, Bregenz und Berlin. Darüber hinaus erhält Benjamin Appl Einladungen zu vielen internationalen Musikfestivals, wie dem Heidelberger Frühling, dem Rheingau Musikfestival, SHMF, Ravinia Festival Chicago, Oxford Lieder Festival und ist dabei in Begleitung namhafter Pianisten wie Graham Johnson, Malcolm Martineau, Helmut Deutsch und Martin Stadtfeld zu hören.

Sein Partner am Klavier ist der Pianist Simon Lepper, der als Offenbarung für sein „sensationell gute Begleitung“ (BBC Music Magazine) und sein großes „Empfinden für Wort und Stimme“ (The Times) gepriesen wird. Lepper ist in den bedeutenden Konzertsälen wie der Carnegie Hall New York, der Wigmore Hall London, den Festivals von Ravinia und Edinburgh aufgetreten und hat dabei mit Künstlern wie der Geigerin Carolin Widmann und den Sängern  wie Mark Padmore, Angelika Kirchschlager, Benjamin Appl, Ilker Arcayürek oder Lawrence Zazzo konzertiert.

Termine & Tickets

Keine bevorstehenden Termine.